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Wissenschaft mit Verantwortung gestalten

Making women of IMC visible: Yolanda Salinas über neugiergetriebene Forschung an nachhaltiger Nanotechnologie mit gesellschaftlicher Wirkung

Anlässlich des Schwerpunktmonats „Frauen in der Wissenschaft“ zwischen dem Internationalen Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft am 11. Februar und dem Weltfrauentag am 8. März rückt das IMC Krems mehrere Forscherinnen ins Zentrum, die mit Expertise, Neugier und Innovationskraft Wissenschaft gestalten. Den Auftakt der Portraitreihe bildet Prof. (FH) Priv.-Doz. Dr. Yolanda Salinas – eine Forscherin am IMC Krems, die wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung verbindet und als Role Model Impulse für die nächste Generation von Wissenschaftlerinnen setzt.

Neugier trifft Verantwortung: Prof. (FH) Priv.-Doz. Dr. Yolanda Salinas Soler steht für nachhaltige Nanotechnologie und weibliche Sichtbarkeit in der Wissenschaft.

Wenn Neugier Verantwortung übernimmt

„Forschung ist für mich der Ort, an dem Neugier auf Verantwortung gegenüber der Gesellschaft trifft.“
Mit diesem Verständnis prägt Prof. (FH) Priv.-Doz. Dr. Yolanda Salinas ihre Arbeit am Institute of Applied Chemistry des IMC Krems. Ihre Forschung zielt darauf ab, materialwissenschaftliche Innovationen für reale Herausforderungen nutzbar zu machen – in der Medizin, der Umwelttechnik und der nachhaltigen Materialentwicklung.

Funktionale Materialien – gestaltet im Nanomaßstab

Yolanda Salinas forscht an der Schnittstelle von abbaubaren Polymeren und Nanomaterialien. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen hybride organisch-anorganische Nanostrukturen, stimuli-responsive Systeme sowie funktionale Materialien für biomedizinische Anwendungen, Optoelektronik und Umwelttechnologien.
Besonders fasziniert sie die Möglichkeit, Materialien im Nanomaßstab gezielt so zu designen, dass sie kontrolliert und sinnvoll mit biologischen Systemen interagieren. Ihre Forschung schlägt damit eine Brücke zwischen moderner Nanomaterialchemie und praktischen Anwendungen – von gezielter Wirkstofffreisetzung in der Krebstherapie bis hin zu adaptiven, reaktionsfähigen Systemen für die frühe Diagnostik.

Nachhaltige Umweltlösungen mit aktiven Nanomaterialien

Ein zentraler Fokus ihrer aktuellen Projekte liegt auf der Entwicklung aktiver, motorisierter und abbaubarer Nanomaterialien zur Umweltdekontamination – insbesondere zur Entfernung von Mikroplastik aus Abwässern. Durch die Kombination poröser Silika-Nanopartikel mit biologisch abbaubaren Polymerkomponenten wie Phosphazenen verfolgt ihr Team einen innovativen, dynamischen Ansatz der Schadstoffbindung.
Diese Materialien wirken dabei wie ein „Leitsystem“, das Schadstoffe gezielt erfasst – eine buchstäblich „in Bewegung“ gedachte Strategie, die Effizienz mit Umweltverträglichkeit verbindet. Sicherheit, Nachhaltigkeit und die Prinzipien der Green Chemistry stehen dabei konsequent im Mittelpunkt aller Forschungsaktivitäten.

Eine internationale Karriere mit gesellschaftlichem Fokus

Der wissenschaftliche Weg von Yolanda Salinas begann in Spanien, wo sie Chemieingenieurwesen studierte und in Chemie promovierte. Nach Forschungsarbeiten zu silikabasierten Mikro- und Nanosensoren erweiterte sie ihr Profil im Bereich der Krebs-Nanomedizin im Rahmen eines Marie-Skłodowska-Curie-Postdoc-Stipendiums in London.
Seit 2015 arbeitet sie in Österreich an der Schnittstelle von Polymerchemie und funktionalen Nanomaterialien. In dieser Zeit entstanden zahlreiche peer-reviewte Publikationen, internationale Kooperationen sowie ihre Habilitation im Bereich Polymer- und Materialchemie an der Johannes Kepler Universität Linz. Im Jahr 2025 wurde sie zur Professorin am IMC Krems berufen, wo sie zukunftsweisende materialwissenschaftliche Forschung mit Wirkung in den Bereichen Gesundheit und Umweltdekontamination vorantreibt.

Frauen in der Wissenschaft: Vielfalt stärkt Innovation

Für Yolanda Salinas ist klar: Frauen in der Wissenschaft brauchen ein Umfeld, in dem ihre Arbeit wertgeschätzt und ihr Potenzial sichtbar gemacht wird. Mentoring, weibliche Vorbilder sowie Kulturen, die Vielfalt, Flexibilität und Zusammenarbeit aktiv fördern, sind aus ihrer Sicht zentrale Erfolgsfaktoren.
„Solche Rahmenbedingungen kommen nicht nur Frauen zugute, sondern stärken die Qualität und Innovationskraft der Wissenschaft insgesamt.“
Jungen Frauen und angehenden Wissenschaftlerinnen rät sie, der eigenen Neugier zu vertrauen, Herausforderungen anzunehmen und vielfältige Perspektiven einzubringen. Wissenschaft lebe von Mut, Offenheit und Resilienz.

Über Yolanda Salinas Soler

Prof.(FH) Priv.-Doz. Dr. Yolanda Salinas Soler (41) ist Professorin am Institute of Applied Chemistry der IMC Krems University of Applied Sciences. Sie lehrt im Bachelorstudiengang Chemistry sowie im Masterstudiengang Sustainable Chemistry and Digital Processing und leitet interdisziplinäre Forschung zu kontrolliert abbaubaren Nanomaterialien für biomedizinische, ökologische und funktionale Anwendungen. Ihre Arbeit ist geprägt von einem starken Bekenntnis zu nachhaltiger, gesellschaftlich relevanter Materialwissenschaft. Darüber hinaus ist sie Mutter einer dreijährigen Tochter, der sie ein Vorbild für Neugier, Bildung und Zukunftsgestaltung sein möchte.
 

3 Fragen – 3 Antworten:

Warum haben Sie sich für die Wissenschaft entschieden?

Mein Weg in die Wissenschaft wurde von der Faszination für Nanomaterialien und der Idee geprägt, dass wir auf kleinster Skala Lösungen für einige der größten gesellschaftlichen Herausforderungen entwickeln können.

Was brauchen Frauen in der Wissenschaft, um erfolgreich zu sein?

Unterstützende, inklusive Umfelder, die Beiträge von Frauen wertschätzen und Vielfalt, Flexibilität sowie Zusammenarbeit fördern – sie stärken nicht nur Frauen, sondern auch die Qualität von Forschung insgesamt.

Haben Sie einen Rat für junge Frauen und angehende Wissenschaftlerinnen?

Vertraut eurer Neugier, eurer Resilienz und eurer Fähigkeit, Fragen zu stellen. Bleibt offen für Neues und betrachtet jede Herausforderung als Chance, fachlich und persönlich zu wachsen.