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Im Wettlauf mit der Anpassungsfähigkeit von Krebs

Florian Eibensteiner auf der Spur der Resistenzmechanismen

Krebs ist kein statischer Gegner. Er verändert sich, passt sich an – und findet Wege, selbst moderne Therapien zu umgehen. Genau an diesem Punkt setzt die Forschung von Florian Eibensteiner am Institut für Biotechnologie des IMC Krems an. Als PhD-Studierender im TOPICO-Projekt untersucht er, warum manche Tumore auf Behandlungen nicht ansprechen – und welche Rolle dabei der Rezeptor AXL spielt.

„AXL kommt bei vielen Krebspatienten in deutlich höherer Menge vor als bei gesunden Menschen – insbesondere bei jenen, die nicht auf Therapien reagieren“, erklärt Eibensteiner. Dieses Wissen macht den Rezeptor zu einem vielversprechenden Ansatzpunkt, um Therapieresistenzen besser zu verstehen – und langfristig zu überwinden.
 

Auf der Spur von Therapieresistenzen: Florian Eibensteiner erforscht im Projekt TOPICO, wie Krebszellen Behandlungen umgehen.

Ein Forschungsfeld ohne Stillstand

Was ihn an diesem Bereich besonders fasziniert, ist die Dynamik: Während Infektionskrankheiten oft klaren Mustern folgen, bleibt Krebs ein bewegliches Ziel. „Tumore werden immer neue Wege finden, Therapien zu umgehen“, sagt Eibensteiner. Gerade diese Unberechenbarkeit macht die Forschung für ihn spannend – und gleichzeitig gesellschaftlich hochrelevant.
Für ihn steht fest: Stillstand gibt es in diesem Forschungsfeld nicht. Jede neue Erkenntnis wirft neue Fragen auf – und genau das treibt ihn an.

Auf der Suche nach den Ursachen

In seiner aktuellen Arbeit geht Eibensteiner der Frage nach, warum AXL in bestimmten Tumoren vermehrt produziert wird. Der Fokus liegt dabei auf der genetischen Regulation: Welche Mechanismen führen dazu, dass Krebszellen diesen Rezeptor in erhöhter Menge herstellen? Und wie gelingt es AXL, therapeutische Angriffe zu unterlaufen?
Um Antworten zu finden, arbeitet er sowohl mit Tumorgewebe von Patientinnen und Patienten als auch mit sogenannten Zelllinien – Krebszellen, die im Labor kultiviert werden. Die Proben werden auf genetischer und proteomischer Ebene analysiert, um ein möglichst umfassendes Bild der zugrunde liegenden Prozesse zu erhalten.

Forschung mit direktem Patientenbezug

Ein wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit ist die enge Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum St. Pölten. Die Einbindung realer Patientenproben verleiht dem Projekt eine besondere Relevanz und ermöglicht es, Forschungsergebnisse näher an die klinische Anwendung zu bringen.
Eingebettet ist seine Arbeit in das FWF-geförderte Projekt „TOPICO – Transformation of Pre-Clinics into Clinics by Organoids“, in dem mehrere Forschende gemeinsam den Rezeptor AXL und seine Rolle bei Krebs untersuchen. „AXL ist noch vergleichsweise wenig erforscht – genau das macht es so spannend, auf diesem Gebiet zu arbeiten“, betont Eibensteiner.

Der Weg in die Krebsforschung

Sein Interesse für die Krebsforschung entwickelte sich bereits während des Studiums. Besonders die Interdisziplinarität der Biotechnologie – die Verbindung von Biologie, Chemie und Technik – begeisterte ihn früh. Seine Masterarbeit am Zentrum für Krebsforschung der Medizinischen Universität Wien vertiefte dieses Interesse weiter.
Auf der Suche nach einer passenden PhD-Stelle stieß er schließlich auf das IMC Krems – und damit auf ein Forschungsumfeld, das seine Interessen ideal widerspiegelt.

Antrieb und Ausgleich

Motivation findet Eibensteiner vor allem in der Dynamik der Forschung selbst: Neues entdecken, Zusammenhänge verstehen und Schritt für Schritt Wissen aufbauen. Auch der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sowie die Unterstützung durch seine Betreuerin spielen dabei eine wichtige Rolle.
Den Ausgleich zum Forschungsalltag findet er abseits des Labors – beim Training mit seinem Hund oder bei seinem Engagement beim Roten Kreuz. Hier kann er einen klaren Kopf bekommen und neue Energie für die nächsten wissenschaftlichen Herausforderungen tanken.
Dass sein beruflicher Weg nicht immer vorgezeichnet war, zeigt ein Blick in die Kindheit: „Ich wollte Helikopterpilot werden“, erzählt er. Heute ist er überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben – nicht zuletzt wegen der Vielfalt und Unvorhersehbarkeit seines heutigen Berufs.

Über Florian Eibensteiner

Florian Eibensteiner besuchte das BORG Krems mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt und studierte anschließend Biotechnologie an der FH Tulln. Heute ist er PhD-Student am IMC Krems und widmet sich der Erforschung von Therapieresistenzen bei Krebs, mit besonderem Fokus auf den Rezeptor AXL.