Drei Tage lang wurde am IMC Krems über nichts Geringeres diskutiert als die Zukunft unserer Gesellschaft. Über Künstliche Intelligenz und Datenanalyse. Über nachhaltige Materialien. Über neue Wege zu klimafreundlicher Energie. Und über die Frage, wie Chemie helfen kann, die großen Herausforderungen unserer Zeit zu lösen.
Presse
Vertrauen in die Chemie

Mit den Österreichischen Chemietagen 2026 war es dem IMC Krems gelungen, eine der bedeutendsten naturwissenschaftlichen Fachveranstaltungen des Landes nach Niederösterreich zu holen. Forschende, Studierende und Vertreterinnen und Vertreter der Industrie kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, neue Ideen auszutauschen und gemeinsam einen Blick auf die Zukunft der Chemie zu werfen.
Unter dem Motto „Trust in Chemistry“ wurde dabei deutlich: Die Chemie bleibt eine Schlüsselwissenschaft für Innovation, Nachhaltigkeit und technologischen Fortschritt.
Ein starkes Signal für den niederösterreichischen Forschungsstandort in Krems
Erstmals fanden die Österreichischen Chemietage am IMC Krems statt. Gemeinsam mit der Österreichischen Chemischen Gesellschaft - GÖCH und der Tschechischen Chemischen Gesellschaft wurde das Campusgelände für drei Tage zum Treffpunkt der österreichischen und internationalen Chemie-Community.
Dass die Wahl auf das IMC Krems fiel, unterstreicht die wachsende Bedeutung der Hochschule im Bereich der angewandten Chemie. Forschung, Lehre und Praxis greifen hier eng ineinander. Genau diese Verbindung spiegelte sich auch in der Veranstaltung wider.
Neben Universitäten und Forschungseinrichtungen waren zahlreiche Industriepartner vertreten, darunter BASF, KremsChem, Anton Paar, Bruker, Shimadzu, Agilent und weitere führende Unternehmen der Branche.
KI und Chemie: Wenn Daten zu neuen Erkenntnissen werden
Zu den meistdiskutierten Themen der Veranstaltung zählte die Frage, wie Künstliche Intelligenz die chemische Forschung verändert.
Besonderes Interesse galt dem Keynote-Vortrag von Peter Schoenmakers (Universität Amsterdam), der sich mit der Rolle von KI in der analytischen Chemie beschäftigte. Seine Ausführungen zeigten eindrucksvoll, welches Potenzial intelligente Algorithmen künftig bei der Verarbeitung komplexer Messdaten, der Entwicklung neuer Analysemethoden und der Beschleunigung wissenschaftlicher Erkenntnisse haben.
Die Diskussion machte deutlich: Die Zukunft der Chemie entsteht nicht mehr ausschließlich im Labor. Sie entsteht zunehmend an der Schnittstelle von Chemie, Digitalisierung und Datenwissenschaft.
Gerade diese Entwicklung besitzt für das IMC Krems besondere Relevanz, da moderne chemische Ausbildung heute weit über klassische Laborarbeit hinausgeht und digitale Kompetenzen immer stärker an Bedeutung gewinnen.
Nachhaltigkeit als roter Faden
Mindestens ebenso präsent war das Thema Nachhaltigkeit. Mit Erwin Reisner von der University of Cambridge konnte einer der international renommiertesten Experten für nachhaltige Energietechnologien als Plenarredner gewonnen werden. Seine Forschung zur Nutzung von Sonnenenergie, CO₂-Verwertung und Kreislaufwirtschaft zeigte eindrucksvoll, welchen Beitrag moderne Chemie zur Erreichung von Klimazielen leisten kann.
Ein besonderes Highlight der diesjährigen Chemietage ist die Keynote von Harald Pflanzl, Executive Advisor und langjähriger internationaler Top-Manager. In seiner mehr als 30-jährigen Karriere bekleidete er verschiedene Führungspositionen bei BASF, darunter mehrere Funktionen als Senior Vice President und Managing Director mit Verantwortung für Märkte in Europa, Afrika, dem Mittleren Osten, Zentralasien und Lateinamerika. Seine Expertise reicht von Unternehmenswachstum und Transformation über Restrukturierungen bis hin zu Fusionen und Übernahmen. In seiner Keynote „Shaping the Future – Without Chemistry and Chemists, There Is No Future“ beleuchtet er die zentrale Rolle von Chemie und Chemikerinnen und Chemikern für Innovation, nachhaltige Entwicklung und die Bewältigung globaler Herausforderungen.
Auch zahlreiche weitere Vorträge und Posterpräsentationen beschäftigten sich mit Green Chemistry, ressourcenschonenden Verfahren und nachhaltigen Materialien. Damit griffen die Chemietage genau jene Themen auf, die zunehmend die wissenschaftliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Debatte prägen.
Internationale Spitzenforschung am IMC Krems
Das wissenschaftliche Programm brachte namhafte Forschende aus ganz Europa nach Krems. Neben Peter Schoenmakers und Erwin Reisner präsentierten unter anderem Aleš Růžička von der Universität Pardubice sowie Karsten Haupt von der Université de Technologie de Compiègne aktuelle Forschungsergebnisse aus ihren Fachgebieten.
Die Bandbreite der Themen zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig moderne Chemie heute ist: von analytischer Chemie über Materialwissenschaften bis hin zu biomedizinischen Anwendungen und nachhaltigen Technologien.
Für Studierende, Forschende und Industriepartner ergaben sich dadurch zahlreiche Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und zur internationalen Vernetzung.
Für Uwe Rinner, Institutsleiter Applied Chemistry und Conference Chair der österreichischen Chemietage 2026, war die Veranstaltung weit mehr als ein wissenschaftlicher Kongress: „Vertrauen in die Chemie entsteht nicht durch Schlagworte, sondern durch Wissen, Transparenz und konkrete Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit. Die Chemietage haben gezeigt, wie viel Innovationskraft in unserer Disziplin steckt – von nachhaltigen Rohstoffen über moderne Analytik bis hin zu künstlicher Intelligenz. Dass wir diese wichtige Diskussion am IMC Krems führen konnten, macht uns besonders stolz.“
Forschung, Lehre und Zukunft an einem Ort
Die Österreichischen Chemietage 2026 haben eindrucksvoll gezeigt, welche Rolle angewandte Forschung für Innovation und gesellschaftlichen Fortschritt spielt. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie eng das IMC Krems mit aktuellen Zukunftsthemen verbunden ist – von Digitalisierung und Datenanalyse bis hin zu Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft.
Für das IMC Krems war die erfolgreiche Austragung der Konferenz daher nicht nur ein organisatorischer Erfolg, sondern auch ein starkes Zeichen für die Positionierung als international vernetzter Bildungs- und Forschungsstandort.
Chemie studieren am IMC Krems
Wer sich für die Zukunftsthemen der Chemie begeistert, findet am IMC Krems gleich zwei spezialisierte Studienangebote:
- Chemistry (Bachelor): Das englischsprachige Bachelorstudium vermittelt fundierte Kenntnisse in moderner Chemie, Analytik, Digitalisierung, Green Chemistry und industrieller Praxis.
- Sustainable Chemistry and Digital Processing (Master): Das ebenfalls englischsprachige Masterstudium verbindet nachhaltige chemische Prozesse mit Digitalisierung, Datenanalyse und den Anforderungen der Chemieindustrie von morgen.
So wird am IMC Krems bereits heute jene nächste Generation von Chemikerinnen und Chemikern ausgebildet, die die Lösungen für die Herausforderungen von morgen entwickeln wird.
