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Neue Impulse für die mobile Hauskrankenpflege

Erfolgreicher Abschluss des Forschungsprojekts OMAHA

Nach knapp zwei Jahren intensiver Forschung zieht die IMC Hochschule für Angewandte Wissenschaften Krems gemeinsam mit ihren Projektpartnern eine erfolgreiche Bilanz des Forschungsprojekts OMAHA („Organizing und Mitbestimmung – Aktionsforschung für die mobile Hauskrankenpflege“). Ziel des Projekts war es, die Arbeitsbedingungen in der mobilen Hauskrankenpflege sichtbar zu machen, Mitbestimmung zu stärken und praxisnahe Instrumente zur Aktivierung von Beschäftigten zu entwickeln.
Gefördert wurde das Forschungsprojekt vom Projektfonds „Arbeit 4.0“ der Arbeiterkammer Niederösterreich.
 

Setzten gemeinsam neue Impulse für die mobile Hauskrankenpflege: (v.l.n.r.) Markus Latzke, Cornelia Amon, Anja Kepplinger, Manfred Pferzinger und Jette Lange beim erfolgreichen Abschluss des Forschungsprojekts OMAHA am IMC Krems.

Im Rahmen einer Workshopserie gelang es dem interdisziplinären Forschungsteam, tiefe Einblicke in die besonderen Herausforderungen dieses Arbeitsfelds zu gewinnen. Die Ergebnisse wurden in enger Zusammenarbeit mit Betriebsrät*innen und Pflegekräften erarbeitet und flossen in die Entwicklung kreativer Aktivierungsstrategien sowie eines frei zugänglichen Online-Kurses ein: imoox.at/course/Organizing_HKP.

Arbeitsrealität zwischen Flexibilität und Belastung

Die Studie zeigt: Der dislozierte Charakter der mobilen Hauskrankenpflege bringt ganz eigene Rahmenbedingungen mit sich. Pflege- und Betreuungspersonen arbeiten überwiegend allein in den Wohnungen der betreuten Personen und sind dabei physischen, psychischen, sozialen und organisatorischen Belastungen ausgesetzt. Unvorhersehbare Situationen – von akuten Notfällen über schwierige Wohnbedingungen bis hin zu spontanen Spitalsentlassungen – erfordern hohe Flexibilität und Resilienz.

Trotz der hohen Eigenverantwortung sind die Pflegekräfte eng in Teams eingebunden, wobei der Austausch oft über Telefonate erfolgt. Der anhaltende Pflegekräftemangel verstärkt die Notwendigkeit, Dienste spontan anzupassen oder zu verlängern. Die Quote der Teilzeitbeschäftigten ist hoch – teilweise aufgrund von betrieblichen Bestimmungen, teilweise mit dem Ziel einer höheren Work-Life-Balance. Dies beinhaltet aber gleichzeitig das Risiko der Altersarmut in diesem stark weiblich geprägten Berufsfeld. 

Stärkung von Mitbestimmung und Beteiligung

Ein zentrales Anliegen von OMAHA war es, Betriebsrät*innen als Co-Forschende zu schulen, einzubinden und Beschäftigte aktiv in die Entwicklung neuer Strategien einzubeziehen. Dabei wurde deutlich, dass persönliche Gespräche – ob telefonisch oder in Präsenz – der wichtigste Informationskanal zwischen Betriebsrat und Beschäftigten bleiben. Zudem wünschen sich Pflegekräfte, dass Entscheidungsträger die Arbeitsrealität vor Ort durch Hospitationen direkt erleben.

Kreative Kampagnen für mehr Sichtbarkeit

Für nachhaltige Aktivierung braucht es neue Wege: In den Design Sprints entwickelten Pflegekräfte eine Vielzahl kreativer Ideen – von Schnuppertagen für Entscheidungsträger über Workshops und öffentliche Veranstaltungen bis hin zu Theaterstücken, Podcasts und Pixibüchern. Dabei sollen gezielt weitere gesellschaftliche Akteure wie Gemeinden, Arztpraxen, Bildungseinrichtungen und die Arbeiterkammer einbezogen werden, um Aufmerksamkeit und Unterstützung zu gewinnen.

Fazit: Mehr Solidarität und Handlungsspielräume

Mit OMAHA ist es gelungen, praxisnahe Ansätze für gewerkschaftsnahes Engagement in der mobilen Hauskrankenpflege zu entwickeln. Die Ergebnisse sollen Betriebsrät*innen und Pflegekräften dabei helfen, Forderungen klarer zu adressieren und durch solidarisches Handeln stärkeres Gewicht zu verleihen.
„Die Zusammenarbeit mit den Beschäftigten war ein zentraler Erfolgsfaktor. Nur durch ihren direkten Einblick und ihre Erfahrungen konnten wir ein realistisches Bild zeichnen und gleichzeitig konkrete Handlungsmöglichkeiten entwickeln“, betont das Forschungsteam der IMC Krems.

Alle Ergebnisse sind ab sofort im kostenlosen Online-Kurs imoox.at/course/Organizing_HKP frei zugänglich.