Wenn Markus Eitle über Wein spricht, klingt Begeisterung in jedem Satz mit. Doch er spricht nicht nur vom Genuss – sondern von einem komplexen Zusammenspiel aus Natur, Kultur und Wirtschaft. Der Forschungsprofessor am Institut für Marketing und Wine Business am IMC Krems verbindet naturwissenschaftliche Forschung mit ökonomischer Weitsicht und gesellschaftlicher Verantwortung. Sein Ziel: den Weinbau der Zukunft nachhaltig gestalten.
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Nachhaltigkeit leben, Wein verstehen, Zukunft gestalten

Zwischen Rebe, Klima und Konsum – ein interdisziplinärer Weg
Seine akademische Laufbahn begann im Bereich Garten- und Weinbauwissenschaften. Schon früh faszinierte Markus Eitle, wie fein abgestimmt das System Rebe – Boden – Klima – Mensch – Biodiversität ist. Während seiner Promotion tauchte er in die Rebenphysiologie und Wirt-Parasit-Interaktionen an der Rebwurzel ein. Doch je mehr er über biologische Prozesse lernte, desto stärker wuchs sein Interesse an den Menschen, die mit und von diesen Systemen leben.
„Mich hat immer die Frage bewegt, wie wir naturwissenschaftliche Erkenntnisse so einsetzen können, dass sie nicht nur wissenschaftlich relevant, sondern auch gesellschaftlich wirksam sind“, beschreibt er seine Motivation.
Dieser Gedanke prägt bis heute seine Forschung und Lehre. Im Mittelpunkt steht die Verbindung von Agrarwissenschaft, Nachhaltigkeit und Wirtschaft – mit Fokus auf die Weinbranche, einem Sektor, der wie kaum ein anderer für Kultur, Innovation und ökologische Verantwortung steht.
Forschung für eine zukunftsfähige Weinwirtschaft
Im Rahmen seiner Forschungsprofessur für Nachhaltigkeit im österreichischen Weinbau widmet sich Markus Eitle zentralen Zukunftsfragen: Wie kann Weinbau klimafit werden? Welche Strategien helfen Winzerinnen und Winzern, langfristig ökologisch und wirtschaftlich stabil zu arbeiten? Und wie können Technologie und Digitalisierung dazu beitragen?
Seine Projekte reichen von der Untersuchung klimaresilienter Rebsorten über nachhaltige Bodenbewirtschaftung bis hin zur digitalen Transformation in der Weinwirtschaft. Besonders wichtig ist ihm, dass Forschung nicht im Labor endet. „Wissenschaft entfaltet erst dann ihre Wirkung, wenn sie in die Praxis gelangt – wenn Winzerinnen, Unternehmen und Studierende davon profitieren“, betont er.
Auch soziale Themen rücken zunehmend in den Fokus. Bildung, Chancengleichheit, Diversität und der gesellschaftliche Wandel im Weinsektor sind feste Bestandteile seiner Arbeit. Damit trägt er zu einer umfassenden Perspektive auf Nachhaltigkeit bei – ökologisch, ökonomisch und sozial.
Lehre als Dialog – Forschen mit Studierenden
Markus Eitle versteht Lehre als gemeinsamen Prozess. „Studierende sollen nicht nur Wissen aufnehmen, sondern mitdenken, hinterfragen, gestalten.“ Deshalb bindet er sie aktiv in Forschungsprojekte ein – sei es bei Feldstudien in Weingärten, Marktforschungen oder Kooperationen mit regionalen Betrieben.
Diese enge Zusammenarbeit fördert nicht nur fachliche, sondern auch persönliche Entwicklung. Die Ideen und Perspektiven der Studierenden inspirieren ihn immer wieder aufs Neue. „Sie bringen frischen Wind in die Forschung und zeigen, dass Innovation oft dort entsteht, wo man Bekanntes aus einem neuen Blickwinkel betrachtet.“
Forschung lebt vom Umfeld – das IMC Krems als idealer Standort
Am IMC Krems findet Eitle das perfekte Umfeld für seine interdisziplinäre Arbeit. Hier treffen Weinbau, Marketing, Tourismus und Nachhaltigkeit aufeinander – ein einzigartiges Zusammenspiel, das Synergien schafft.
Die enge Vernetzung mit der Wirtschaft, der internationale Austausch und die Lage mitten in Niederösterreichs Weinregionen machen Krems für ihn zu einem besonderen Forschungsstandort. „Hier kann man Wissenschaft nicht nur denken, sondern erleben – im direkten Dialog mit Betrieben, Regionen und Menschen“, beschreibt er die Atmosphäre am Campus.
Inspiration aus Natur und Kultur
Abseits von Labor und Hörsaal schöpft Markus Eitle seine Inspiration aus der Natur. Spaziergänge durch Weinlandschaften, Wanderungen oder das bewusste Genießen eines Glases Wein sind für ihn mehr als Freizeit – sie sind Quelle für neue Gedanken. „In der Natur wird einem klar, worum es in der Nachhaltigkeit wirklich geht: um Balance.“
Auch der Austausch mit Winzer*innen, Kolleg*innen und Studierenden treibt ihn an. Er sieht seine Forschung als Beitrag zu einem verantwortungsvollen Wandel – zu einer Weinbranche, die Tradition bewahrt und Zukunft gestaltet.
Balance zwischen Forschung und Leben
So reflektiert wie seine Forschung ist auch sein Umgang mit der eigenen Work-Life-Balance. Zeit mit Familie und Freunden, gutes Essen, bewusste Pausen von der digitalen Welt – all das hilft ihm, Energie zu tanken. „Kreativität entsteht oft dann, wenn man einen Schritt zurücktritt“, sagt er lächelnd.
Mit dieser Haltung verbindet Markus Eitle wissenschaftliche Exzellenz mit gelebter Achtsamkeit – und zeigt, dass nachhaltiges Denken nicht nur ein Forschungsthema, sondern eine Lebensphilosophie sein kann.