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Internationale Tourismusausbildung seit 1994: Wie das IMC Krems Generationen von Fachkräften prägt

Zum Welttourismustag zeigen die Absolventinnen Claudia und Lisa Bässler, wie sich Tourismus, Ausbildung und Karrierewege verändert haben. Seit über 30 Jahren verbindet die IMC Krems University of Applied Sciences internationale Perspektiven, Praxisorientierung, Nachhaltigkeit und angewandte Forschung in einer Branche im ständigen Wandel.

Lisa und Claudia Bässler
Zum Welttourismustag zeigen die Absolventinnen Lisa und Claudia Bässler, wie sich Tourismus, Ausbildung und Karrierewege verändert haben.

Wenn Mutter und Tochter denselben Studiengang wählen, steckt meist mehr dahinter als Zufall. Die Geschichte von Claudia und Lisa Bässler erzählt nicht nur von zwei Bildungswegen, sondern auch von der Entwicklung einer Branche, die sich in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend verändert hat. Zwischen dem Studienabschluss von Claudia Bässler im Jahr 1998 und jenem ihrer Tochter Lisa im Jahr 2026 liegen beinahe drei Jahrzehnte touristischer Entwicklung. Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Klimawandel und neue Erwartungen der Reisenden prägen heute eine Branche, die stetig in Bewegung ist.

Das IMC Krems begleitet diesen Wandel seit seinen Anfängen im Jahr 1994. Mit dem Studiengang Tourism and Leisure Management etablierte die Hochschule damals den ersten englischsprachigen Studiengang im österreichischen Fachhochschulsektor. Internationalität gehört damit seit mehr als drei Jahrzehnten zur DNA am IMC Krems.

Wir befähigen unsere Studierenden die Zukunft des Tourismus aktiv mitzugestalten

„Die Geschichte von Claudia und Lisa Bässler zeigt eindrucksvoll, wie Tourismus Menschen, Kulturen und Generationen verbindet. Besonders freut mich, dass diese Geschichte auch die langfristige Verbundenheit unserer Absolventinnen und Absolventen mit dem IMC Krems sichtbar macht. Zwischen dem Studienabschluss von Claudia Bässler und jenem ihrer Tochter Lisa liegen beinahe drei Jahrzehnte touristischer Entwicklung. Dennoch sind zentrale Werte wie Internationalität, Praxisorientierung und die Begeisterung für Menschen und Kulturen bis heute unverändert geblieben. Gleichzeitig zeigt dieses generationenübergreifende Porträt, wie dynamisch sich unsere Branche weiterentwickelt. Als Hochschule ist es unser Anspruch, Studierende nicht nur auf die Herausforderungen von heute vorzubereiten, sondern sie zu befähigen, die Zukunft des Tourismus aktiv mitzugestalten. Dass Mutter und Tochter denselben Studiengang gewählt haben, ist für uns ein besonders schönes Zeichen für die nachhaltige Qualität und Relevanz unserer Ausbildung“, bestätigt die Institutsleiterin für Tourismus, Claudia Bauer-Krösbacher.

Ein spannendes Interview mit Claudia (Mutter) und Lisa Bässler (Tochter)

Liebe Claudia, was hat Sie ursprünglich dazu motiviert, Tourismus zu studieren?

Mich hat am Tourismus vor allem die Internationalität und die Vielfalt der Möglichkeiten gereizt. Man verbindet wirtschaftliche Themen mit verschiedenen Kulturen und arbeitet mit Menschen aus unterschiedlichsten Ländern zusammen. Das fand ich besonders spannend. Außerdem war das Studium am IMC Krems damals noch ganz neu und sehr praxisnah. Genau diese Mischung hat mich angesprochen.

Lisa, warum haben Sie sich ebenfalls für ein Tourismusstudium entschieden?

Ich glaube, dass meine Entscheidung für den Tourismus stark mit meinem Aufwachsen zusammenhängt. Reisen war in meiner Familie immer ein wichtiger Teil des Lebens. Wir haben viele Länder und Kulturen kennengelernt und waren immer auf der Suche nach neuen Erlebnissen. Dadurch habe ich schon früh gemerkt, welche Bedeutung das Reisen für mich hat.

Vor dem Studium habe ich bereits eine Höhere Lehranstalt für Tourismus und Hotelmanagement besucht. Das Tourismusstudium war daher eine logische Weiterführung und keine spontane Entscheidung. Ursprünglich bin ich wahrscheinlich durch das Reisen zum Tourismus gekommen. Geblieben bin ich aber aus vielen weiteren Gründen. Mich fasziniert vor allem die Vielfalt der Branche und der Kontakt mit unterschiedlichen Menschen, Kulturen und Lebensweisen. Tourismus verbindet für mich Reisen, Kulinarik, Kultur, Events, Erlebnisse und Internationalität. Dazu kommt, dass meine Mama selbst im Tourismus tätig ist. Die Branche war dadurch schon immer Teil meines Umfelds.

Welche Inhalte standen während Ihres Studiums besonders im Mittelpunkt, Claudia?

Wir haben uns intensiv mit Tourismusmanagement, Destinationsmarketing sowie Hotel- und Eventmanagement beschäftigt. Natürlich gehörten auch betriebswirtschaftliche Grundlagen dazu. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Praxisprojekte mit regionalen Partnern. Dort konnten wir schon früh erleben, wie sich theoretisches Wissen in der Praxis anwenden lässt.

Welche Themen prägen das Studium heute besonders, Lisa?

Besonders spannend finde ich, dass das Studium sehr breit aufgestellt ist. Im Grunde handelt es sich um ein Business-Studium mit einem klaren Tourismusfokus. Neben wirtschaftlichen Grundlagen wie Rechnungswesen, Wirtschaft, Statistik, Marketing oder Human Resource Management beschäftigen wir uns auch mit Themen wie Destination Management, Hospitality, Culture, Event Management oder Experience Management. Dadurch erhält man einen umfassenden Einblick in die Branche und versteht, wie die unterschiedlichen Bereiche zusammenwirken. Die Branche ist digitaler, schneller und komplexer geworden.

Welche Veränderungen haben Sie in den vergangenen Jahrzehnten im Tourismus besonders stark wahrgenommen, Claudia?

Am stärksten spüre ich den Einfluss der Digitalisierung. Heute läuft fast alles online, von der Reiseplanung und Buchung bis zur Bewertung nach der Reise. Gleichzeitig achten Gäste deutlich stärker auf Nachhaltigkeit und authentische Angebote. Insgesamt ist die Branche schneller und transparenter geworden, und Angebote lassen sich wesentlich einfacher vergleichen.

Was hat Sie an dieser Entwicklung am meisten überrascht, Claudia?

Am meisten überrascht hat mich, wie rasch sich die Wünsche und Erwartungen der Gäste verändert haben. Komfort und Preis spielen natürlich weiterhin eine wichtige Rolle, doch viele suchen heute verstärkt nach individuellen, nachhaltigen und besonderen Erlebnissen. Dass diese Entwicklung so schnell stattfinden würde, hätte ich zu Beginn meiner Karriere nicht erwartet.

Lisa, welche Veränderungen beobachten Sie bereits heute im Reiseverhalten?

Ich glaube, dass sich das Reiseverhalten in mehreren Bereichen verändert. Nachhaltigkeit und klimatische Bedingungen spielen zunehmend eine Rolle bei der Entscheidung, wann und wohin Menschen reisen. Gleichzeitig verändern sich auch die Erwartungen an eine Reise.

Wir bewegen uns stärker in Richtung einer Experience Economy. Es geht nicht mehr nur darum, einen Ort zu sehen, sondern um die Erlebnisse vor Ort und die persönliche Bedeutung dieser Erfahrungen. Gäste suchen zunehmend nach individuellen, authentischen und besonderen Erlebnissen. Damit gewinnt auch die Personalisierung an Bedeutung. Reisende möchten ihre Reise stärker an ihre eigenen Interessen anpassen, etwa durch Kulinarik, Kultur, Sport, Abenteuer oder individuelle Aktivitäten.

Ich glaube jedoch nicht, dass Menschen grundsätzlich weniger reisen möchten. Vielmehr verändert sich die Vorstellung davon, was eine Reise wertvoll macht. Qualität und persönliche Bedeutung des Erlebnisses rücken stärker in den Mittelpunkt.

Und welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und Klimawandel heute in der Ausbildung?

Nachhaltigkeit und die Auswirkungen des Klimawandels sind im Studium sehr präsent. Wir hatten unter anderem Lehrveranstaltungen wie Sustainability and Ethics in Leadership, Sustainability in Tourism und Current Issues in Tourism, in denen diese Themen direkt behandelt wurden.

Gleichzeitig begegnet uns Nachhaltigkeit auch in vielen anderen Lehrveranstaltungen, etwa bei der Frage, welche langfristigen Auswirkungen touristische Entwicklungen auf Destinationen, Unternehmen, die Umwelt und die Menschen vor Ort haben. Ich finde es wichtig, dass Nachhaltigkeit dadurch nicht als isoliertes Spezialthema betrachtet wird, sondern in vielen Bereichen des Tourismus mitgedacht wird.

Welche Herausforderungen hätten Sie sich während Ihres Studiums kaum vorstellen können, Claudia?

Wie stark Klimawandel und Pandemien den Tourismus beeinflussen würden, hätte ich mir damals kaum vorstellen können. Auch die enorme Bedeutung großer Buchungs- und Vermittlungsplattformen war zu meiner Studienzeit noch nicht absehbar. Beide Entwicklungen haben die Branche nachhaltig verändert.

Wie diskutieren Sie im Studium die Auswirkungen von Hitzewellen und Extremwetter auf Reiseziele, Lisa?

Im Studium wird zunehmend darüber gesprochen, dass der Klimawandel konkrete Auswirkungen auf den Tourismus und einzelne Destinationen hat. Hitzewellen, Extremwetter und andere klimatische Veränderungen beeinflussen, wann und wohin Menschen reisen und ob Destinationen zu bestimmten Jahreszeiten langfristig attraktiv bleiben.

Dadurch stellt sich beispielsweise die Frage, ob klassische Sommersaisonen künftig noch funktionieren oder ob sich Reisen stärker in den Frühling und Herbst verlagern werden. Destinationen müssen ihre bestehenden Strukturen und Angebote daher teilweise neu denken.

Welche Kompetenzen aus dem Studium begleiten Sie bis heute und welche sind besonders wichtig, Claudia?

Vor allem Projektmanagement, serviceorientiertes Denken und die Fähigkeit, komplexe Abläufe zu organisieren. Diese Kompetenzen benötige ich auch heute noch regelmäßig. Das berufliche Umfeld hat sich zwar verändert, viele Grundlagen aus dem Studium helfen mir aber bis heute weiter.

Flexibilität und die Bereitschaft, Neues zu lernen, sind heute besonders wichtig. Dazu kommen digitale Kompetenzen, etwa im Online-Marketing oder im Umgang mit Daten. Trotzdem bleiben Empathie, gute Kommunikation und ein Gespür für die Bedürfnisse anderer entscheidend. Am Ende geht es im Tourismus immer um Menschen und ihre persönlichen Erfahrungen.

Welche Kompetenzen werden aus Ihrer Sicht für die Zukunft des Tourismus besonders wichtig sein, Lisa?

Ich glaube, dass man vor allem offen für Veränderungen sein muss. Themen wie Klimawandel, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und veränderte Bedürfnisse der Gäste werden den Tourismus stark beeinflussen. Neben Fachwissen werden deshalb Flexibilität, kritisches Denken, Kreativität und Anpassungsfähigkeit immer wichtiger. Gleichzeitig bleibt Tourismus eine sehr menschliche Branche. Kommunikation, Empathie und interkulturelle Kompetenz werden daher auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen.

Wie stellen Sie sich die Tourismusbranche in zehn Jahren vor, Claudia?

Ich glaube, dass der Tourismus noch stärker von Nachhaltigkeit, Technologie und den Auswirkungen des Klimawandels geprägt sein wird. Manche Destinationen werden sich deutlich verändern müssen, und auch klassische Reisezeiten könnten sich verschieben.

Gleichzeitig glaube ich nicht, dass Technologie den menschlichen Aspekt des Tourismus ersetzen wird. Menschen werden weiterhin reisen, um andere Kulturen kennenzulernen, besondere Erlebnisse zu sammeln und Zeit mit anderen Menschen zu verbringen. Gerade dieser persönliche und authentische Aspekt könnte in einer zunehmend digitalen Welt sogar noch wichtiger werden.

Tourism and Leisure Management