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Forschung für mehr Einsatzfähigkeit und Gesundheit von Soldaten 

Tactical Neck Protection Project: IMC Krems erforscht neue Wege zum Schutz der Nackengesundheit von Soldaten

Schwere Helme, Nachtsichtgeräte und ballistische Visiere: Soldatinnen und Soldaten tragen bei Ausbildung und Einsatz eine große Last – im wahrsten Sinne des Wortes. Besonders der Nackenbereich ist dabei enormen Belastungen ausgesetzt. Um diesen Herausforderungen wissenschaftlich zu begegnen, arbeiten die Theresianische Militärakademie und das IMC Krems an einem gemeinsamen Forschungsprojekt „Tactical Neck Protection Project“.

Christian Paumann, Lecturer am Institut für Physiotherapie am IMC Krems, bei Messungen im Rahmen des „Tactical Neck Protection Project“. Fotocredit: © Theresianische Militärakademie

Das interdisziplinäre Forschungsvorhaben unter der Leitung von Prof.(FH) Dr. Andreas Lichtenwörther, MSc, BSc, Akademischer Leiter, Instituts- und Studiengangsleiter Physiotherapie am IMC Krems, untersucht die physischen Beanspruchungen des Nackens bei Militärakademikern und entwickelt darauf aufbauend ein innovatives Präventionsprogramm zur Stärkung der Nackenmuskulatur.

Ziel: Prävention durch wissenschaftlich fundiertes Training

Ziel des Projekts ist es, ein einfach anwendbares, wissenschaftlich fundiertes Trainingsprogramm zu entwickeln, das in die militärische Ausbildung integriert werden kann. Dieses soll die Nackengesundheit von Soldaten nachhaltig verbessern, Verletzungen vorbeugen und so langfristig die Einsatzfähigkeit erhöhen.
„Unsere Forschung zielt darauf ab, die Belastungen, denen Soldatinnen und Soldaten ausgesetzt sind, nicht nur zu verstehen, sondern konkrete, praxistaugliche Lösungen zu entwickeln“, erklärt Lichtenwörther vom IMC Krems. „Indem wir physiotherapeutisches Wissen mit militärischer Expertise kombinieren, schaffen wir ein Trainingskonzept, das direkt in der Ausbildung Wirkung zeigt und die Gesundheit der Truppe stärkt.“

Von der Analyse zur Prävention – ein strukturierter Forschungsansatz

Das Projekt gliedert sich in drei Phasen:

1. Erhebung des Ist-Zustands: In der aktuellen Erhebungsphase werden Beweglichkeit, Ausdauer und Maximalkraft des Nackens unter realistischen Bedingungen – mit Kampfhelm und montierter Nachtsichtbrille – erfasst.
2. Entwicklung eines Belastungsmodells: Auf Basis dieser Daten entsteht ein physiologisches Modell, das die spezifischen Anforderungen an den Nacken im militärischen Kontext präzise abbildet.
3. Präventionsprogramm: Abschließend wird ein Trainingsprogramm entwickelt und evaluiert, das einfach in die Offiziersausbildung integriert werden kann.
4. Überprüfung der Wirksamkeit: die Wirksamkeit des Trainingsprogrammes wird mit dem Ist-Stand evaluiert.

Praxisnahe Forschung mit hoher Relevanz

Die Ergebnisse sollen nicht nur den Militärakademikern der Theresianischen Militärakademie zugutekommen, sondern als Modell für die gesamte militärische Ausbildung dienen. Durch präventives Training können Beschwerden reduziert, die Belastbarkeit gesteigert und die allgemeine Einsatzfähigkeit langfristig verbessert werden.
„Das Tactical Neck Protection Project zeigt beispielhaft, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis konkrete Verbesserungen hervorbringt“, betont Lichtenwörther. „Forschung am IMC Krems ist praxisnah, evidenzbasiert und orientiert sich an realen Herausforderungen – mit dem Ziel, Gesundheit und Leistungsfähigkeit nachhaltig zu fördern.“

Über das Projekt

Das Tactical Neck Protection Project ist eine Kooperation zwischen dem Institut für Offiziersausbildung der Theresianischen Militärakademie und dem IMC Krems. Es vereint Expertise aus den Bereichen Militärwissenschaft und Physiotherapie, um praxisorientierte Präventionsstrategien für die militärische Ausbildung zu entwickeln.