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CAST Mosambik präsentiert internationalen Ansatz für nachhaltigen ländlichen Tourismus

IMC-Professorin Alice Wanner stellt bei der 75. AIEST Conference in St. Gallen vor, wie Hochschulbildung lokale Kompetenzen und nachhaltige Tourismusentwicklung stärken kann

Das Projekt CAST Mosambik bei der 75. AIEST Conference in St. Gallen einem internationalen Fachpublikum vorgestellt. Prof. (FH) Dr. Alice Wanner präsentierte den Capacity-Sharing-Ansatz des Projekts und zeigte, wie Hochschulbildung lokale Gemeinden stärken und zu einer nachhaltigen ländlichen Tourismusentwicklung beitragen kann.

Prof. (FH) Dr. Alice Wanner präsentierte bei der 75. AIEST Conference in St. Gallen den Capacity-Sharing-Ansatz des Projekts CAST Mosambik und diskutierte mit internationalen Tourismusexpertinnen und -experten über die Rolle von Hochschulbildung für eine nachhaltige ländliche Tourismusentwicklung.

Internationale Bühne für CAST Mosambik

Von 23. bis 26. August 2026 versammelte die 75. Konferenz der International Association of Scientific Experts in Tourism (AIEST) internationale Expertinnen und Experten aus Tourismusforschung und -praxis in St. Gallen. Die Jubiläumskonferenz fand an jenem Ort statt, an dem die Vereinigung vor 75 Jahren gegründet wurde.
Alice Wanner vertrat das IMC Krems und das Projekt CAST Mosambik mit dem Vortrag „Bridging the Gap: Boosting Sustainable Rural Tourism Through Higher Education in Mozambique“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Hochschulbildung gezielt dazu beitragen kann, die Potenziale ländlicher Regionen zu erschließen und eine nachhaltigere und inklusivere Tourismusentwicklung zu fördern.

Hochschulbildung als Schlüssel für nachhaltige Entwicklung

Der Tourismus in Mosambik konzentriert sich bislang vor allem auf die Küstenregionen. Gleichzeitig verfügen die ländlichen Gebiete des Landes über ein großes kulturelles und natürliches Potenzial, das touristisch noch wenig genutzt wird. Begrenzte spezialisierte Hochschulangebote und eine unzureichende Verbindung zwischen akademischen Institutionen, Tourismuswirtschaft und ländlichen Gemeinden erschweren jedoch die lokale Beteiligung an der Tourismusentwicklung.
Hier setzt CAST Mozambique an: Das Projekt verbindet Hochschulbildung mit den praktischen Lebensrealitäten und dem Wissen ländlicher Gemeinden. Im Rahmen der Partnerschaft zwischen dem IMC Krems und der Universidade Eduardo Mondlane mit ihrer Escola Superior de Hotelaria e Turismo de Inhambane werden neue Lehrveranstaltungen sowie ein Masterstudiengang in Sustainable Rural Tourism entwickelt.
Studierende, Lehrende und lokale Stakeholder sollen dadurch jene Kompetenzen erwerben, die sie benötigen, um gemeinsam nachhaltige Tourismusangebote und passende digitale Vermarktungsstrategien zu entwickeln.

Capacity Sharing auf vier Säulen

Das bei der AIEST Conference vorgestellte Modell von CAST Mosambik basiert auf vier miteinander verbundenen Säulen: einer umfassenden Bedarfsanalyse, einem Train-the-Trainer-Ansatz, didaktischer Innovation und der aktiven Einbindung ländlicher Stakeholder.
Die Bedarfsanalyse erfasst vorhandene Kompetenzen der Lehrenden und Studierenden und gleicht diese mit den Anforderungen der Hochschulbildung, des Arbeitsmarktes und der ländlichen Gemeinden ab. Durch Train-the-Trainer-Maßnahmen werden die Lehr-, Forschungs- und Verwaltungskompetenzen der Universitätsmitarbeitenden in Mosambik gestärkt. Innovative Lehrmethoden verbinden akademische Inhalte mit konkreten Herausforderungen des nachhaltigen ländlichen Tourismus.
Eine besondere Bedeutung hat dabei die Einbindung der lokalen Bevölkerung: Die Lehre geht über den Hörsaal hinaus. Durch Erfahrungen im Feld erhalten Studierende einen praxisnahen Einblick in die Lebensrealitäten ländlicher Regionen. Ländliche Gemeinden, Produzentinnen und Produzenten werden nicht nur als Zielgruppen betrachtet, sondern aktiv an der Entwicklung der Lehrinhalte, an praxisorientierten Lernaktivitäten und an der Tourismusplanung beteiligt. 

Internationale Sichtbarkeit und fachlicher Austausch

Die Präsentation bei der AIEST Conference bot die Möglichkeit, den CAST-Ansatz mit internationalen Tourismusexpertinnen und -experten zu diskutieren, fachliches Feedback einzuholen und die Sichtbarkeit des Projekts innerhalb der internationalen Tourismusforschung weiter zu erhöhen.
Der Konferenzbeitrag wurde gemeinsam von Claudia Dolezal, Hélsio Azevedo, Daniel Zacarias, Sónia Cossa und Alice Wanner erarbeitet und unterstreicht damit den partnerschaftlichen Charakter des Projekts. Der wechselseitige Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Österreich und Mosambik bildet eine wesentliche Grundlage für die nachhaltige Wirkung der Zusammenarbeit.
Langfristig soll CAST Mosambik dazu beitragen, lokale Eigenverantwortung zu stärken, neue Einkommensmöglichkeiten in ländlichen Regionen zu schaffen und eine ausgewogenere Tourismusentwicklung abseits der Küstenregionen zu fördern.

CAST Mosambik ist ein APPEAR Academic Partnership Project und wird im Rahmen des von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit finanzierten und vom OeAD umgesetzten APPEAR-Programms unterstützt.