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Wo sich Gesundheit, Klima und Technologie berühren

Forschung am IMC Krems: Klimakompetenz in der Ergotherapie durch XR-Technologie

Wie können Gesundheitsberufe aktiv zum Klimaschutz beitragen und gleichzeitig die Gesundheit von Menschen stärken? Dieser Frage widmet sich das Forschungsprojekt GreenTouch – XR-Ergotherapie für einen ökologischen Handabdruck, an dem Forschende, Ergotherapeut*innen und Klient*innen gemeinsam arbeiten. Das Projekt läuft von September 2024 bis Februar 2027 und wird aus Mitteln der Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) gefördert.

Mit dem Forschungsprojekt „GreenTouch“ zeigt Projektleiterin Christine Spevak-Grossi am IMC Krems, wie Extended Reality neue Wege eröffnet, um Klima, Gesundheit und Ergotherapie praxisnah zu verbinden.

Das Projekt wird von einem interprofessionellen Konsortium getragen, bestehend aus dem Institut für Höhere Studien (IHS) (Projektleitung), der IMC Hochschule für Angewandte Wissenschaften Krems, dem Austrian Institute of Technology, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten ForschungsGmbH, In Scope GmbH sowie Future Minds OG. Am IMC Krems wird das Projekt von Projektleiterin Christine Spevak-Grossi gemeinsam mit den Projektmitarbeiterinnen Barbara Prinz-Buchberger und Rita Weber-Stallecker umgesetzt. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, Klimakompetenz in der Ergotherapie zu stärken und neue Lernmethoden mithilfe von Extended Reality (XR) zu entwickeln.

Co-Creation auf Augenhöhe

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der partizipative Co-Creation-Prozess. Im März 2026 fand der sechste und letzte Workshop statt, in dem Ergotherapeut*innen, Klient*innen, Studierende der Ergotherapie und Forschende gemeinsam an den Inhalten der XR-Szenarien arbeiteten, die später über VR-Brillen erlebbar sein werden.

„Der Co-Creation-Prozess zeigt, wie wertvoll das Wissen aus der Praxis ist. Besonders das Engagement der teilnehmenden Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten sowie ihrer Klientinnen und Klienten ist für unser Projekt von unschätzbarem Wert“, betont Projektleiterin Christine Spevak-Grossi. „Ihre Perspektiven und Erfahrungen machen die entwickelten Szenarien erst wirklich praxisnah.“
Die Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist ein bewusst gesetztes Ziel im Projekt. Durch den direkten Austausch entstehen Lösungen, die sowohl wissenschaftlich fundiert als auch für die therapeutische Praxis relevant sind.

XR-Technologie für neue Lernerfahrungen

Im Projekt werden XR-basierte Lernumgebungen entwickelt, die komplexe Zusammenhänge zwischen Klima, Alltag und Gesundheit erlebbar machen. Die entwickelten Szenarien sollen Ergotherapeut*innen dabei unterstützen, Klimathemen stärker in ihre Arbeit zu integrieren und gemeinsam mit ihren Klient*innen nachhaltige Handlungsmöglichkeiten zu entdecken.

Forschung trifft Lehre

Die Projektergebnisse fließen auch direkt in die Ausbildung ein. Von 23. April bis 25. Juni 2026 findet am IMC Krems eine Lehrveranstaltung zur Klimakompetenz in der Ergotherapie statt. In 15 Lehreinheiten setzen sich Studierende mit Klima- und Umweltschutz sowie der Rolle der Ergotherapie für die planetare Gesundheit auseinander. Grundlage für die Zielsetzung der Lehrveranstaltung bildet das Handbuch zur Stärkung der Klimakompetenz in Gesundheitsberufen der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG).

„Ein besonderer Mehrwert der Lehrveranstaltung ist die enge Verbindung von Forschung und Lehre“, erklärt Christine Spevak-Grossi. „Die Studierenden erwerben nicht nur Wissen, sondern testen auch die XR-Szenarien und geben Feedback. Damit tragen sie aktiv zur Weiterentwicklung des Projekts bei.“

Das Forschungsprojekt GreenTouch zeigt, wie interprofessionelle Forschung, technologische Innovation und die aktive Beteiligung von Praktiker*innen und Klient*innen neue Wege für nachhaltige Gesundheitsversorgung eröffnen können. Besonders das Engagement der beteiligten Ergotherapeut*innen und Klient*innen bildet dabei eine zentrale Grundlage für den Erfolg des Projekts.