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Wissenschaft gestalten, Verantwortung übernehmen

Making women of IMC visible: Doris Berger-Grabner über Führung, Künstliche Intelligenz und Orientierung in einer digitalen Welt

Im Rahmen des Schwerpunktmonats „Frauen in der Wissenschaft“ macht das IMC Krems Forscherinnen sichtbar, die Wissenschaft mit Expertise, Haltung und Gestaltungswillen prägen. Zum Weltfrauentag rückt ein Portrait in den Fokus, das exemplarisch für Sichtbarkeit, Verantwortung und Zukunft steht: Prof.(FH) Mag. Dr. Doris Berger-Grabner, MA, CSE – Studiengangsleiterin Unternehmensführung und Digitales Management, Forscherin, Lehrende und Mentorin. Ihr Wirken zeigt, wie Wissenschaft dort ihre größte Kraft entfaltet, wo sie Orientierung gibt – in einer zunehmend komplexen, digitalen Welt.

Making women of IMC visible: Doris Berger-Grabner steht für wissenschaftliche Exzellenz, strategisches Denken und gelebte Verantwortung.

Forschung, die Orientierung schafft

Forschung beginnt für Doris Berger-Grabner mit einer klaren Haltung. Für sie ist Forschung „strukturiertes Denken aus Neugier – mit dem Ziel, Orientierung in komplexen Zusammenhängen zu schaffen“. Theorie allein reicht ihr nicht. Wissenschaft soll wirksam sein, Entscheidungsgrundlagen liefern und Menschen befähigen, mit Veränderung souverän umzugehen.
Diese Überzeugung prägt ihre Arbeit am IMC Krems – in Forschung, Lehre und Studiengangsleitung. Berger-Grabner verbindet analytische Tiefe mit Praxisnähe und strategischem Denken. Sie analysiert Entwicklungen nicht aus der Distanz, sondern stets mit Blick auf reale Herausforderungen von Organisationen, Führungskräften und Mitarbeitenden.

Künstliche Intelligenz als Führungs- und Gestaltungsfrage

Im Zentrum der aktuellen Forschung von Doris Berger-Grabner steht der Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz in kleinen und mittleren Unternehmen. Dabei interessiert sie weniger die Technologie selbst als ihre Wirkung: Wie verändert KI Entscheidungsprozesse, Wissensarbeit und Führung? Und wie lässt sich die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine sinnvoll gestalten?
Gerade im KMU-Umfeld sieht sie großes Potenzial, aber auch erheblichen Orientierungsbedarf. Viele Unternehmen nutzen KI bereits, oft pragmatisch und ohne klare Leitlinien. Genau hier setzt ihre Forschung an. In Studien analysiert sie reale Praxisbeispiele – von Textarbeit bis Entscheidungsunterstützung – und leitet daraus konkrete Handlungsempfehlungen ab.
Im Fokus steht dabei immer der Mensch im Unternehmen. Denn, so Berger-Grabner: „Technologie entfaltet ihren Wert erst dann, wenn Menschen sie verstehen, akzeptieren und sinnvoll in ihre Arbeit integrieren können“. Aufbauend darauf erforscht sie den Einsatz KI-basierter Agenten, die Analyse-, Entscheidungs- und Routineaufgaben unterstützen sollen – nicht als Ersatz für menschliche Kompetenz, sondern als Ergänzung.

Führung, Lehre und Mentoring als Einheit

Als Studiengangsleiterin für „Unternehmensführung und Digitales Management“ gestaltet Doris Berger-Grabner nicht nur Inhalte, sondern Haltung. In der Lehre versteht sie sich als Dialogpartnerin, die Studierende ermutigt, kritisch zu denken, Verantwortung zu übernehmen und eigene Positionen zu entwickeln. Für sie bedeutet Lehre weit mehr als reine Wissensvermittlung – sie ist Begleitung und Ermutigung zugleich.
Mentoring ist für Berger-Grabner kein Zusatz, sondern integraler Bestandteil akademischer Arbeit. Junge Menschen in ihrer fachlichen und persönlichen Entwicklung zu unterstützen, Potenziale sichtbar zu machen und Selbstvertrauen zu stärken, zählt für sie zu den sinnstiftendsten Aufgaben ihres Berufs.

Balance, Klarheit und bewusste Entscheidungen

Bei aller Professionalität ist Doris Berger-Grabner eines wichtig: ein bewusster Umgang mit den eigenen Ressourcen. Kraft schöpft sie aus Zeit mit Familie und Freund*innen, aus Bewegung in der Natur und aus Phasen der Ruhe. Netzwerken versteht sie nicht als Pflicht, sondern als Bereicherung – als Austausch von Erfahrungen und Perspektiven.
Gerade in fordernden Phasen setzt sie auf klare Prioritäten und die bewusste Entscheidung, nicht alles gleichzeitig perfekt machen zu müssen. Diese Haltung schafft Raum für Fokus, Gelassenheit und nachhaltige Leistungsfähigkeit – auch in verantwortungsvollen Rollen.

Frauen in der Wissenschaft: Sichtbar sein und Raum einnehmen

Zum Weltfrauentag spricht Doris Berger-Grabner klar über strukturelle Fragen. Frauen in der Wissenschaft brauchen aus ihrer Sicht vor allem Sichtbarkeit, tragfähige Netzwerke, weibliche Vorbilder und strukturelle Rahmenbedingungen, die Karrieren mit dem Privatleben vereinbar machen. Ebenso entscheidend sei der Mut, die eigene Expertise selbstbewusst zu vertreten und nicht immer Männern den Vortritt zu lassen.
Ihr Appell an junge Frauen und angehende Wissenschaftlerinnen ist klar: „Traut euch, stellt Fragen, nehmt Raum ein und bleibt euch selbst treu. Wissenschaft lebe von Vielfalt – und jede Perspektive sei ein Gewinn“.

Über Doris Berger-Grabner

Prof.(FH) Mag. Dr. Doris Berger-Grabner, MA, CSE ist Studiengangsleiterin für Unternehmensführung und Digitales Management im Department Business am IMC Krems. Sie maturierte 1996 am Bundesrealgymnasium Rechte Kremszeile in Krems an der Donau und studierte Wirtschaftspädagogik sowie Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien, wo sie 2001 als Magistra abschloss. 2005 promovierte sie an der WU Wien mit einer Dissertation zum lebensstilorientierten Kaufentscheidungsverhalten. 
Master Fashion and Luxury Management LCCA London sowie diverse bankspezifische Ausbildungen in ihrer Funktion als Obfrau der Raiffeisenbank Krems und Mitglied im Aufsichtsrat der Raiffeisen Holding NÖ-Wien
Seit 2005 ist sie Professorin am IMC Krems, seit 2008 zudem externe Lektorin an der Universität für Weiterbildung Krems. Doris Berger-Grabner ist Mutter von zwei Kindern.
 

Science Coffee… Auf einen Kaffee mit Doris Berger-Grabner