Story

Wenn Haltung, Profession und Menschlichkeit denselben Weg einschlagen

Es gibt Menschen, die in komplexen Systemen eine besondere Klarheit entwickeln. Unsere IMC Krems Absolventin Isabella Fally ist eine von ihnen. Und sie engagiert sich seit kurzem als neue Alumni Brand Ambassadorin für ihren ehemaligen Studiengang.

Isabella Fally
Isabella verantwortet als Sekretariatsleiterin und Assistenz der Geschäftsführung beim Hilfswerk Österreich zentrale organisatorische Schnittstellen in einer der wichtigsten Sozial- und Pflegeorganisationen des Landes.

Schon während ihres Bachelorstudiums Betriebswirtschaft für das Gesundheitswesen (jetzt Gesundheitsmanagement) am IMC Krems legte sie zwischen 2021 und 2024 den Grundstein für jene Verbindung aus Struktur, Verantwortungsgefühl und Reflexionsstärke, die heute ihre berufliche Identität prägt. Parallel zu ihren beruflichen Stationen entwickelt sie dieses Wissen seit 2024 im Master-Studiengang Management von Gesundheitsunternehmen weiter. 

Von Qualitätsarbeit zu echter Wirksamkeit

Ihre ersten beruflichen Kapitel erzählen von Präzision, Qualitätsverständnis und Verantwortung. Fünf Jahre lang unterstützte Isabella bei der ÖQMED GmbH jene Strukturen, die österreichweit für Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement in der Medizin verantwortlich sind. Diese Phase prägte ihren Blick auf Systeme, Abläufe und die Bedeutung von Standards, die nicht nur Papier füllen, sondern echte Sicherheit für Patientinnen und Patienten schaffen.

Heute verantwortet Isabella als Sekretariatsleiterin und Assistenz der Geschäftsführung beim Hilfswerk Österreich zentrale organisatorische Schnittstellen in einer der wichtigsten Sozial- und Pflegeorganisationen des Landes. Seit November 2024 gestaltet sie Prozesse mit, die unmittelbar beeinflussen, wie Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützt werden – und wie professionell gestaltete Strukturen die Basis für soziale Wirkung bilden. 

Sozialer Impact durch starke Organisation

Ob im Kontext umfassender sozialer Unterstützungsangebote oder bei Projekten, die jungen Menschen neue Perspektiven eröffnen: Entwicklungen innerhalb der Hilfswerk-Strukturen zeigen, wie bedeutend niederschwellige, gut organisierte und verlässliche Angebote sind. Isabellas Beitrag wird hier spürbar. Indem sie Kommunikationsflüsse sichert, Entscheidungen vorbereitet und Abläufe stabilisiert, schafft sie indirekt Räume, in denen Chancen entstehen – für individuelle Entwicklung und echte Teilhabe. 

Eine Botschafterin, die IMC Werte lebt

Mit diesem breiten Verständnis für Organisation, Qualität und Wirkung übernimmt Isabella nun ehrenamtlich die Rolle der Alumni Brand Ambassadorin für Gesundheitsmanagement. Ihre Motivation ist dabei ebenso einfach wie wirkungsvoll: Sie möchte ihr Wissen weitergeben, Studierende stärken und unsere Alumni Community enger miteinander verbinden. Es ist ein Engagement, das sowohl ihre Verbundenheit zum IMC Krems als auch ihren Gestaltungswillen widerspiegelt – und das zeigt, wie sehr akademische Bildung, berufliche Erfahrung und persönliche Haltung zusammenwirken können.

Drei Fragen an Isabella Fally

Was ist aus deiner Sicht die wichtigste Fähigkeit, die Studierende aus dem Studium mitnehmen sollten, um in der Gesundheits- und Sozialbranche nachhaltig Wirkung zu entfalten?

Für mich ist es die Fähigkeit, mit Widersprüchen umgehen zu können. Im Studium lernt man viele Modelle, Konzepte und „ideale“ Abläufe kennen. In der Praxis merkt man aber schnell, dass die Realität deutlich komplexer ist. Es gibt selten nur richtig oder falsch, sondern oft mehrere berechtigte Perspektiven gleichzeitig.

Ich habe gelernt, dass Wirkung genau dort entsteht, wo man diese Spannungsfelder nicht vermeidet, sondern sich aktiv damit auseinandersetzt. Dabei geht es darum, strukturiert zu denken, Entscheidungen zu treffen und den Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren. Diese Balance zu managen, ist aus meiner Sicht eine der wichtigsten Kompetenzen.

Welche Erfahrungen haben deinen Blick auf Qualität und Verantwortung im Gesundheitswesen besonders geprägt – und warum?

Besonders geprägt hat mich meine Zeit in der Qualitätssicherung bei der ÖQMED. Dort habe ich zum ersten Mal wirklich verstanden, wie viel Verantwortung hinter scheinbar formalen Prozessen steckt. Standards sind nicht einfach nur Vorgaben, sie schaffen im Zweifel Sicherheit und Vertrauen.

Im Hilfswerk erlebe ich heute die andere Seite. Ich erlebe, wie diese Strukturen im Alltag tatsächlich wirken und manchmal auch an ihre Grenzen stoßen. Es gibt Situationen, in denen man merkt, dass gute Versorgung nicht nur von Regeln abhängt, sondern stark davon, wie viel Zeit, Aufmerksamkeit und Handlungsspielraum vorhanden ist.

Diese beiden Perspektiven haben meinen Blick nachhaltig verändert. Qualität ist für mich nichts Abstraktes mehr, sondern etwas, das sich im Alltag bewähren muss – oft unter nicht perfekten Bedingungen.

Wo siehst du die größten Chancen für junge Absolvent*innen, die Wirtschaftlichkeit, Qualität und Menschlichkeit miteinander verbinden möchten?

Ich glaube, die größte Chance liegt genau darin, dass diese drei Aspekte noch viel zu oft getrennt gedacht werden. Viele Organisationen stehen unter dem Druck, effizient zu arbeiten und gleichzeitig soll die Versorgung qualitativ hochwertig und menschlich bleiben. Genau hier können junge Absolvent*innen ansetzen, weil sie mit einem frischen Blick kommen und bestehende Strukturen eher hinterfragen.

Ich finde es spannend, genau dort anzusetzen und Lösungen zu entwickeln, die zeigen, dass sich diese Anforderungen nicht ausschließen müssen. Gerade durch neue Technologien, interdisziplinäre Zusammenarbeit und ein anderes Verständnis von Führung entstehen hier viele Möglichkeiten.

Wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und Dinge auch einmal anders zu denken, kann in diesem Spannungsfeld wirklich etwas bewegen.

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