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Wenn Flucht die Identität verändert

IMC-Lehrende Christine Spevak-Grossi veröffentlicht im internationalen E-Book

Im Open-Access-E-Book „Interprofessional Approach to Refugee Health“ zeigt Christine Spevak-Grossi, MSc, BSc, Lehrende im Department für Therapie- und Hebammenwissenschaften am IMC Krems, sowie Expertin für Mental Health und Diversity Care, wie Menschen mit Fluchterfahrung und posttraumatischer Belastungsstörung mithilfe von Identitätsarbeit auf ihrem Weg zur Genesung unterstützt werden können.

Wie Flucht die Identität verändert – und wie therapeutische Ansätze helfen können: Christine Spevak-Grossi beleuchtet in ihrem Buchkapitel Wege zur Stabilisierung von Identität nach traumatischen Erfahrungen.

Flucht, Identitätsdestabilisierung und Genesung: ein ergotherapeutischer Ansatz

Mit ihrem Kapitel „Flight and Post-Traumatic Stress: Their Influence on a Person’s Identity“ leistet Christine Spevak-Grossi einen wichtigen Beitrag zu der aktuellen Veröffentlichung. Darin beleuchtet sie, wie Flucht und Trauma die Identität prägen – und welche therapeutischen Ansätze helfen können, diesen Kreislauf zu durchbrechen.
Das Kapitel beschreibt die Auswirkungen von Fluchterfahrungen und posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) auf die Identität von Menschen. Spevak-Grossi zeigt auf, wie Betroffene in ihrer Genesung unterstützt werden können, wenn der Fokus gezielt auf ihre Identität gelegt wird. Als Ansatz nutzt sie dabei die Theorie der Identitätsarbeit von Heiner Keupp und dem ergotherapeutischen Model of Human Occupation (MOHO). 

Ein zentrales Problem im Ankunftsland ist die „occupational deprivation“ – also das Fehlen von Möglichkeiten, eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben. Oft verhindern rechtliche, wirtschaftliche, soziale oder politische Rahmenbedingungen die gesellschaftliche Teilhabe von Geflüchteten, beispielsweise wenn Asylsuchenden der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt bleibt. Diese eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten verstärken die Destabilisierung von Identität, verschärfen psychische Erkrankungen wie PTBS und tragen zu einem Teufelskreis aus Flucht, Entwurzelung und Krankheit bei.

Gesundheitsberufe haben hier eine besondere Verantwortung: Sie können aufzeigen, dass der Ausschluss von individuell bedeutsamer Betätigung schwerwiegende Folgen für die Identität und die Gesundheit von Menschen hat. Das Kapitel von Christine Spevak-Grossi skizziert, wie dieser Kreislauf mithilfe von Identitätsarbeit in der ergotherapeutischen Interventionen durchbrochen werden kann.

Das Buch im Überblick

Das Open-Access-E-Book „Interprofessional Approach to Refugee Health“ beleuchtet die vielfältigen Aspekte der Gesundheit von Geflüchteten und bietet Fachleuten im Gesundheits- und Sozialwesen praxisnahe Ansätze. Themen sind unter anderem:

  • Interprofessionelle Zugänge zu Versorgung und Rehabilitation
  • Menschenrechte, Gleichberechtigung und Inklusion
  • Barrieren und Förderfaktoren beim Zugang zu Dienstleistungen
  • Kulturelle Kompetenz und mehrsprachige Kontexte
  • Praktische Strategien für die Zusammenarbeit über Systeme hinweg

Die Veröffentlichung entstand im Rahmen des PREP-IP-Projekts (Persons with Refugee Experience Education Project – Interprofessional) und wird von der Europäischen Union kofinanziert.

Das Open-Access-E-Book kann kostenlos gelesen und geteilt werden:

Interprofessional Approach to Refugee Health