Wie lassen sich Arbeitsabläufe in der Gesundheitswirtschaft effizienter gestalten? Welche digitalen Werkzeuge können dabei unterstützen? Und was braucht es, damit Veränderungen in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden? Mit solchen konkreten Fragen beschäftigen sich Studierende des Master-Studiengangs Management von Gesundheitsunternehmen am IMC Krems im Rahmen der Real World Case Studies.
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Wenn aus realen Herausforderungen innovative Lösungen werden

Das Mindset: Design Thinking
Die Real World Case Studies sind fixer Bestandteil des dritten Semesters und starten jeweils im Herbst. Den Auftakt bildet ein dreitägiger Design-Thinking-Workshop am IMC Krems. Studierende und Vertreter*innen der Partnerorganisationen arbeiten dabei gemeinsam an einer realen Challenge und lernen, komplexe Problemstellungen systematisch aus Sicht der Nutzer*innen zu analysieren und neue Lösungsansätze zu entwickeln.
„Design Thinking bietet eine ideale Methode, um komplexe Problemstellungen der Gesundheitswirtschaft strukturiert zu analysieren und gemeinsam nutzerorientierte, praxisnahe Lösungen zu entwickeln. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Mensch – ob Patient*in, Mitarbeiter*in oder andere Beteiligte.“ Der systematische Ansatz ermögliche es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und dabei Bedürfnisse, technologische Möglichkeiten und wirtschaftliche Rahmenbedingungen gleichermaßen zu berücksichtigen, erklärt Prof.(FH) Dr. Manfred Pferzinger, Design Thinking Coach und Studiengangsleiter des Master-Studiengangs Management von Gesundheitsunternehmen und Institutsleiter Gesundheitsmanagement am IMC Krems.
Von der Fragestellung zum Prototyp
Über mehrere Monate arbeiten die Studierenden gemeinsam mit den jeweiligen Kooperationspartnern an deren konkreten Fragestellungen. Dabei treffen fachliche Expertise aus der Praxis, wissenschaftlich fundiertes Wissen und die Perspektive der Studierenden aufeinander. Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die nicht nur innovativ sind, sondern auch unter realen Bedingungen funktionieren können.
Für die Partnerorganisationen eröffnet die Zusammenarbeit die Möglichkeit, eigene Herausforderungen aus neuen Perspektiven zu betrachten und Design Thinking als Werkzeug für komplexe Veränderungsprozesse kennenzulernen. Die Studierenden wiederum sammeln wertvolle Erfahrungen in der Bearbeitung realer Problemstellungen und können ihr Wissen unmittelbar in der Praxis einsetzen.
Im Studienjahr 2026/27 arbeiten sie mit dem Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs, dem ASZ – Das Arbeitsmedizinische und Sicherheitstechnische Zentrum in Linz, der „Tut gut!“ Gesundheitsvorsorge GmbH, der Fresenius Kabi Austria GmbH, der Caritas der Erzdiözese Wien und der Hilfswerk Niederösterreich Betriebs GmbH an realen Herausforderungen aus der Praxis. Eine besondere Rolle im vorbereitenden Design-Thinking-Workshop übernahm zudem die Alles Clara Gemeinnützige GmbH, eine gemeinnützige Gesellschaft der ERSTE Stiftung zur Entlastung pflegender Angehöriger.
Alles Clara stellte für den dreitägigen Workshop zwei Design Challenges zur Verfügung, die von den Studierenden gemeinsam mit Vertreter*innen der Projektpartner bearbeitet wurden. „Es ist faszinierend zu sehen, welche inspirierenden Lösungsansätze entstehen können, wenn heterogene Teams aus Studierenden und Praxispartnern für zwei Tage einen so kompakten Design-Thinking-Prozess durchlaufen. Für unsere Arbeit nehmen wir viele Online- und Offline-Impulse mit, die wir bei der Erreichung von Kindern und Jugendlichen mit Pflegeverantwortung einbeziehen werden“, erklärt Nicole Traxler, Geschäftsführerin der Alles Clara Gemeinnützige GmbH.
„Die Real World Case Studies bringen Studierende und Organisationen an einem Tisch zusammen und schaffen Raum für neue Perspektiven auf konkrete Herausforderungen. Die Studierenden können ihr Wissen unmittelbar anwenden und Praxiserfahrung sammeln, während die Partnerorganisationen neue Lösungsansätze für ihre eigenen Fragestellungen gewinnen“, so Pferzinger.
Den Abschluss bildet das Prototypenfestival Ende Jänner am IMC Krems. Dort präsentieren die Projektgruppen den Kooperationspartnern ihre entwickelten Lösungen und Prototypen.