Story

Vom Labor zur Weltinnovation

Hanna Gansch ist eine jener IMC-Absolventinnen, die wissenschaftliche Expertise, Unternehmertum und internationale Wirkung auf beeindruckende Weise vereinen.

Als zweifache Master-Absolventin des IMC Krems – in Medical and Pharmaceutical Biotechnology sowie Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement – wusste sie schon früh, dass sie mit ihrer Arbeit einen gesellschaftlichen und technologischen Beitrag leisten möchte.

Heute ist sie die Visionärin hinter dem international bekannten Fräsinator. Besonders in Ägypten und den Golfstaaten stieß die Innovation rasch auf Interesse: Dort kann der Fräsinator Sand von Straßen „fräsen“ – ähnlich wie Schneefräsen in Europa und den USA Schnee räumen. Im Gegensatz zu Schnee ist Sand jedoch nicht saisonal, sondern entsteht durch extreme Witterungsbedingungen fast täglich.

Hanna Gansch
Hannas patentierte Technologie des Fräsinators basiert auf einem Schleuderrad, das Materialien – ob Schnee, Silage oder Sand – schonend und gleichzeitig energieeffizient bewegt.

Wie alles begann: Begeisterung, Studium und die Entstehung einer Idee

Der Weg zum IMC Krems begann für Hanna mit intensiver Recherche. Ihre Leidenschaft für Mikrobiologie – ihr Lieblingsfach an der HLUW Yspertal – führte sie zum Biotechnologie-Studium. Der englischsprachige Unterricht und die hervorragenden Rankings überzeugten sie sofort. Die Herausforderung reizte sie.

Nach ihrem ersten Masterabschluss arbeitete sie bei Baxter. Ein Gespräch mit einer Studienkollegin wurde zum Wendepunkt: Die Begeisterung für den Studiengang Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement war so ansteckend, dass Hanna ihre Arbeitszeit reduzierte, um berufsbegleitend zu starten. Dieses Studium veränderte alles – hier begann die Geschichte des Fräsinators.

Mitten im zweiten Master gründete sie gemeinsam mit ihrem Vater das Unternehmen – und widmete ihre Masterarbeit direkt der energieeffizienten Innovation. Darin untersuchte sie, ob das spezielle Getriebe des Fräsinators (mit 60 % Energieeinsparung) auch Windkraftanlagen effizienter machen könnte. Theoretisch ja, praktisch zu komplex. Die Idee lässt sie aber bis heute nicht los.

Der Fräsinator – eine Innovation, die Grenzen überwindet

Die patentierte Technologie des Fräsinators basiert auf einem Schleuderrad, das Materialien – ob Schnee, Silage oder Sand – schonend und gleichzeitig energieeffizient bewegt. Die Maschine spart bis zu 60 % Energie, ist ganzjährig einsetzbar und erfüllt Anforderungen, für die es bislang keine passende technische Lösung gab.

2 Minuten 2 Millionen – der Moment, der alles beschleunigte

Mit dieser Idee trat Hanna bei 2 Minuten 2 Millionen auf Puls 4 auf – und überzeugte die Jury. Ihr Pitch war humorvoll, fachlich stark und zeigte klar das Potenzial der Technologie. Der Auftritt wurde zum entscheidenden Impuls für die weitere Entwicklung.

Aktuelle Entwicklungen: Nach einer schwierigen Phase stärker als zuvor

Die letzten Jahre waren eine intensive Zeit. Nach einer herausfordernden Phase hat sich Hanna strategisch neu ausgerichtet, Partnerbeziehungen gestärkt und die internationale Marktöffnung vorangetrieben. Heute führt sie das Unternehmen als CEO und Mehrheitseigentümerin – eine Rolle, die ihr Talent für Vision, Struktur und Leadership unterstreicht.

Ihre Geschichte zeigt, wie man mit Ausdauer, Kompetenz und Mut selbst schwierige Situationen in Zukunftschancen verwandeln kann.

Was sie zur echten IMC-Überfliegerin macht

  • Technologie mit internationaler Wirkung:
    Der Fräsinator beweist österreichische Innovationskraft – vom Schnee der Alpen bis zum Sand der Emirate.
  • Female Leadership auf Topniveau:
    Als Gründerin und CEO setzt sie ein starkes Zeichen für Frauen in technischen Branchen.
  • Wissenschaftlich fundiert, unternehmerisch umgesetzt:
    Die beiden Masterstudien sind eine solide Basis für nachhaltiges, technologiebasiertes Unternehmertum.
  • Authentisch und inspirierend:
    Von Einhorn-Plänen als Jugendliche bis zur Weltinnovation im Erwachsenenalter – ihre Geschichte ist ungewöhnlich, bodenständig und motivierend.

Unsere Fragen an Hanna Gansch

Wie gelingt es einer österreichischen Gründerin, eine Technologie zu entwickeln, die sogar unter Wüstenbedingungen – etwa in Dubai – zuverlässig arbeitet?

Das war ein glücklicher Zufall. Das Getriebe kann alle Schüttgüter – auch Sand – fräsen bzw. wegschaufeln. Irgendwann erkannten wir, dass der Sand auf den Straßen in Wüstenregionen dasselbe Problem darstellt wie Schnee in Europa. Es lag nahe, die europäische Lösung – Schneefräsen – für Wüstenstaaten zu adaptieren. Ohne Konkurrenz! Als dies Anklang fand, haben wir die Entwicklung vollständig auf Sand fokussiert – mit Erfolg.

Welche Strategien helfen, ein Projekt nach einer schwierigen Phase wieder stärker auszurichten?

Scheitern ist zermürbend, aber auch eine Chance, gestärkt daraus hervorzugehen. Eine ehrliche Analyse der Vergangenheit, der Wille, wieder aufzustehen, und die Leidenschaft, die eigene Vision weiterzuverfolgen, haben mich motiviert, das Projekt neu aufzustellen und mit voller Kraft durchzustarten.

Medical and Pharmaceutical Biotechnology

Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement