Story

Verantwortung neu denken: Jakob Allinger im Alumni-Talk

Unser IMC Krems Absolvent Jakob Allinger über Verantwortung, Fürsorge und warum echte Veränderung bei Burschen beginnt.

Jakob Allinger, Absolvent des Master-Studiengangs Management am IMC Krems, ist systemischer Coach, HR-Experte und Co-Founder des Social Business CoBros – Born to Care. Seine Haltung ist klar: Wenn Macht und Gewalt zulasten von Frauen ausgeübt werden, handelt es sich nicht um ein Randthema, sondern um eine Verantwortung, die Männer aktiv übernehmen müssen.

Jakob Allinger und sein Team
Jakob Allinger (re.) ist Co-Founder des Social Business CoBros – Born to Care.

Vom HR-Lead zum gesellschaftlichen Brückenbauer

Über acht Jahre hinweg war Jakob in Experten- und Führungspositionen im HR-Bereich bei wachsenden (Tech-)Unternehmen wie kununu, Kaleido AI und Canva tätig. Diese Erfahrungen, kombiniert mit seiner Ausbildung zum systemischen Coach, haben sein Verständnis dafür geprägt, wie sehr Haltung, Unternehmenskultur und strukturelle Rahmenbedingungen die Zusammenarbeit und den Unternehmenserfolg beeinflussen.

Heute verbindet er diese berufliche Basis mit einer klaren gesellschaftlichen Mission. Er schafft Brücken zwischen Wirtschaft und sozialem Fortschritt, zwischen Leistungsorientierung und Fürsorge sowie zwischen jungen Männern und modernen Rollenbildern. Seine Arbeit eröffnet Zugänge, die viele junge Männer in ihrer Lebensrealität dringend benötigen, um sich selbst und andere besser zu verstehen und nicht manipulativen Strömungen wie der Manosphere oder politischem Extremismus zu verfallen.

CoBros – Born to Care

Mit CoBros setzt Jakob dort an, wo Veränderung besonders wirksam ist: bei Burschen und jungen Männern selbst. Gemeinsam mit seinem Team schafft er in Workshops Lernräume, in denen junge Männer Orientierung für ein zeitgemäßes Männerbild finden – in einer Welt, die sie häufig zwischen Leistungsdruck, digitalen Idealen und Orientierungslosigkeit zurücklässt.

Die Arbeit erfolgt bewusst im direkten Austausch. Das Team begegnet Jugendlichen in Schulen, Lehrbetrieben und im digitalen Raum und spricht ihre Sprache. Wirtschaftliche und psychologische Inhalte werden so aufbereitet, dass sie verständlich und zugänglich sind. Auf diese Weise werden Fürsorge, Selbstreflexion und Verantwortung als starke und positive Formen von Männlichkeit erlebbar. Gleichzeitig werden zentrale Kompetenzen wie Konfliktfähigkeit, Resilienz und Empathie vermittelt.

Ein wichtiger Meilenstein ist die Aufnahme des Workshopangebots in das Programm der OeAD – Agentur für Bildung und Internationalisierung. Damit ist CoBros für Schulen in ganz Österreich buchbar. Zudem trägt das Unternehmen das Label eines Verified Social Enterprise in Österreich.

Jakob Allinger ganz persönlich

Auf die Frage, was ihn beruflich antreibt, beschreibt Jakob die Verbindung aus unternehmerischer Kompetenz und persönlicher Haltung als zentralen Motor. Sein Ziel ist es, wirtschaftlich nachhaltig erfolgreich zu sein und gleichzeitig einen echten gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen.

Sein Studium am IMC Krems hat ihn vor allem durch das Netzwerk geprägt, das er dort aufgebaut hat und das ihn bis heute begleitet. Besonders schätzt er die Möglichkeit, ein berufsbegleitendes Studium direkt mit praktischer Erfahrung zu verbinden. Das breit aufgestellte Managementstudium erweist sich für ihn bis heute als wertvoll, etwa im Unternehmertum, wo er unter anderem auch Controlling-Aufgaben übernimmt. Strategisches Denken sowie Methoden wie Design Thinking oder das Blue-Ocean-Modell nutzt er aktiv in der Entwicklung seines Social Business.

Ein prägender Meilenstein war für ihn der Schritt in die Selbstständigkeit. Ausgelöst wurde dieser durch den Wegfall seiner Position bei Canva im Zuge einer Post-Merger-Integration. Rückblickend beschreibt er dieses Ereignis als entscheidenden Impuls, seinem eigenen Weg zu folgen. Ergänzend dazu hat eine Ausbildung in Lebens- und Sozialberatung seine persönliche Entwicklung vertieft und ihn dazu angeregt, sich intensiv mit Themen wie Privilegien und gesellschaftlicher Verantwortung auseinanderzusetzen.

Zukünftigen Studierenden empfiehlt Jakob, sich mit der eigenen Berufung auseinanderzusetzen. Diese liege dort, wo sich die eigenen Talente mit den Bedürfnissen der Welt überschneiden. Gleichzeitig ermutigt er dazu, klassische Vorstellungen von Karriere zu hinterfragen, Risiken einzugehen und alternative Wege wie Gründungsprogramme in Betracht zu ziehen.

Privat ist Jakob im Waldviertel, in Zwettl, verwurzelt und bewegt sich häufig zwischen Wien und Krems. Sein Lebensmotto lautet: „Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst.“ In seiner Freizeit widmet er sich dem Sport, spielt Steirische Ziehharmonika, verbringt Zeit mit Familie und Freunden und beschäftigt sich intensiv mit aktuellen gesellschaftlichen Themen.

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