Intensivpfleger, Ultracyclist, Gesundheits- und Krankenpflege-Studierender: Wie Philipp Kaider scheinbar Unvereinbares unter einen „Helm“ bringt. 2025 gewinnt er das härteste Radrennen der Welt, das Race Across America, und absolviert nebenbei sein Bachelorstudium.
Story
Sieger beim härtesten Radrennen der Welt

Der diplomierte Intensivpfleger, 24 Stunden-Zeitfahr-Weltmeister und Studierender des „Upgrade“-Studiengangs Gesundheits- und Krankenpflege am IMC Krems weiß, wie man Beruf, Sport und Studium unter einen Hut bringt – nämlich effizient, pragmatisch und mit einer ordentlichen Portion Schweiß.
Eine sehr intensive Zeit
Auf die Frage, wie man ein berufsbegleitendes Studium mit Schichtdienst und Spitzensport kombiniert, kommt von Philipp ein ehrliches: „Schwierig.“ Er erklärt: „Es ist eine sehr intensive Zeit, in der man effizient sein muss. Ich habe fürs Studium gelernt, während ich auf dem Radl gesessen bin. Zum Glück waren alle Prüfungen im Winter – bei jedem Indoor-Training ohne Intervalle habe ich gelernt. Bei den Zetteln, die die meisten Schweißflecken gehabt haben, wusste ich: Die habe ich schon oft durch, die sollte ich kennen.“ Trotz allem: „Irgendwie geht’s scho.“
Flexibilität als Motivation
Sein Antrieb für das Studium war kein konkretes Karriereziel, sondern die Freiheit, Optionen zu haben: „Meine Motivation fürs Studium ist einfach, dass ich alle Möglichkeiten in Zukunft noch offen hab – falls mir zufällig in den Schädel kommt, dass ich noch irgendwas studieren will. Irgendeinen Master zum Beispiel. Jetzt ist das eine super Möglichkeit gewesen, in kurzer Zeit einen Bachelorabschluss zu machen – und dadurch viele Studienrichtungen einschlagen zu können.“
Fokus, Punkt für Punkt
Was ihn beruflich interessiert? „Eigentlich mach ich’s, damit ich alles machen kann“, sagt er lachend. „Aber grundsätzlich würde ich schon da bleiben, wo ich aktuell bin, im Intensivbereich. Was mich allerdings sehr interessiert, ist das Thema Public Health. Da bin ich, während dem Verfassen meiner Bachelorarbeit draufgekommen, dass das ein Thema ist, das mein Interesse weckt. Ob ich dann tiefer in die Materie einsteigen will und werde, weiß ich aber noch nicht.“
Ultracycling und Intensivmedizin: Zwei Welten, ein Prinzip
Für Philipp gibt es klare Parallelen zwischen seinem Job in der Intensivpflege und dem Extremsport: „Man muss schnell auf Situationen reagieren können, stressige oder unangenehme Dinge akzeptieren und dann neue Ziele setzen. Lösungsorientiert sein. Den Fokus aufs Wesentliche richten und Punkt für Punkt abarbeiten – weil man eh immer nur eins nach dem anderen machen kann.“
Am Rad wie im Beruf gilt für ihn: „Es gibt tausend Probleme und tausend unangenehme Sachen, aber es gibt nur eine Sache, auf die ich mich konzentrieren muss. Ich pick mir das Wichtigste raus, konzentrier mich drauf, erledige das – und dann kommt das Nächste.“
Sieger des Race Across America 2025
Sein größter sportlicher Erfolg: Der Sieg beim legendären Race Across America 2025. Über 4.900 Kilometer und rund 50.000 Höhenmeter – nonstop quer durch die USA. Eine Leistung, die ihm nicht nur internationale Anerkennung, sondern auch einen Eintrag in die Geschichte des Ultracyclings eingebracht hat. Neben Weltmeistertiteln im 24h-Zeitfahren, einem Guinness-Weltrekord und Siegen bei Race Around Austria und Niederösterreich krönt dieser Triumph seinen sportlichen Weg – den er einst als Ausgleich zur Rauchentwöhnung begonnen hat.
Für Philipp war das „Upgrade Studium“ Gesundheits- und Krankenpflege am Standort Mistelbach die richtige Wahl: praxisnah, strukturiert und mit einem berufsbegleitenden Format, das selbst für einen Extrem-Radfahrer mit Nachtdiensten machbar war – wenn auch mit hoher Eigenleistung. Sein Fazit: „Sehr intensiv – aber es geht scho.“


