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Frühdiagnose neurologischer Erkrankungen

Am IMC Krems startet die Entwicklung nicht-invasiver Dopamin-Sensoren für eine schnellere und präzisere Diagnostik

An der IMC Krems University of Applied Sciences (IMC Krems) startet mit März das neue Forschungsprojekt „MIPSI – Polymere Sensoren zur verbesserten Diagnose neurologischer Erkrankungen“. Ziel ist die Entwicklung einer neuartigen, nicht-invasiven Technologie zur raschen und zuverlässigen Bestimmung von Dopamin in menschlichem Urin. Damit soll die frühzeitige Erkennung neurologischer und psychischer Erkrankungen wesentlich verbessert werden.

Projektleiterin Yolanda Salinas Soler forscht am IMC Krems an innovativen Sensoren, die neurologische Erkrankungen künftig früher und einfacher erkennen sollen.

Dopamin als Schlüsselmarker

Erkrankungen wie die Parkinson-Krankheit oder Schizophrenie stehen in engem Zusammenhang mit Störungen des Dopaminhaushalts. Die Parkinson-Krankheit ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung weltweit. Da bislang keine heilende Therapie verfügbar ist, kommt einer möglichst frühen Diagnose entscheidende Bedeutung zu. Veränderungen der Dopaminkonzentration können bereits in frühen Krankheitsstadien auftreten – wenn sie praktikabel und präzise messbar sind.

Nicht-invasiv, schnell und anwenderfreundlich

Im Zentrum des Projekts stehen neuartige kolorimetrische Sensoren, die Dopamin selektiv erkennen und durch eine sichtbare Farbänderung anzeigen. Grundlage sind molekular geprägte Polymere (MIPs) – synthetische Materialien, die wie künstliche Antikörper wirken. Sie sind stabil, wiederverwendbar und kosteneffizient herstellbar und eignen sich damit besonders für den Einsatz in der klinischen Analytik.
Für eine schnellere Reaktion werden diese Polymere mit selbstrührenden, magnetischen Silica-Mikropartikeln kombiniert. Durch ihre aktive Bewegung in der Flüssigkeit wird der Stofftransport verbessert und die Messzeit deutlich verkürzt. Das Ergebnis ist ein patientenfreundlicher Schnelltest, der ohne invasive Eingriffe auskommt und dennoch hohe Sensitivität und Spezifität bietet.

Forschung an der Schnittstelle von Chemie und Medizin

„Unser Ziel ist es, eine einfach anwendbare und zugleich hochpräzise Methode zu entwickeln, mit der sich schwankende Dopaminspiegel rasch erfassen lassen“, erklärt Projektleiterin Prof.(FH) Priv.-Doz. Dr. Yolanda Salinas Soler vom Institut für Applied Chemistry des IMC Krems. „Damit schaffen wir die Grundlage für eine verbesserte Frühdiagnostik und neue Perspektiven in der personalisierten Medizin.“
Nanomaterialien und innovative Sensorsysteme zählen zu den strategischen Forschungsschwerpunkten des IMC Krems. Mit MIPSI baut die Hochschule ihre Expertise an der Schnittstelle von Chemie, Nanotechnologie und Medizin weiter aus.

Zum Projekt

Das Projekt läuft von März 2026 bis Dezember 2028 und wird vom Land Niederösterreich sowie von der Europäischen Union im Rahmen der Förderaktion „Forschung für morgen“ (Förderschiene „Forschung & Technologieentwicklung Qualität“) finanziert.