Story

Natalie Horvath tauschte Hosenanzug gegen Arbeitshosen und kam bei der Ergotherapie an

Sie hat auf ihrem Weg über einige Stationen zu ihrer wahren Berufung gefunden und lässt sich weiterhin von ihrer Intuition leiten

In wunderbar reflektierter Weise schildert IMC Alumna Natalie Horvath, wie sie in ihrem beruflichen Werdegang immer wieder neue Richtungen eingeschlagen hat, um dann bei der Ergotherapie anzukommen. Uns hat sie auf ihre Reise mitgenommen. 

Natalie - Horvath - Rollstuhl
Natalie Horvath hat in der Ergotherapie ihre Berufung gefunden. Im Bild bereitet sie gerade einen Rollstuhl vor.

Mein Weg war nie eine klassische Karriereleiter, sondern ein bewusstes Annähern an das, was mir wirklich entspricht. Nach meinem Bachelor in Biomedical Engineering und dem Master im Gesundheitsmanagement führten mich prägende Reisen, persönliche Erfahrungen und private Einschnitte immer wieder zu der Frage, wie ich leben und arbeiten möchte. Es ging mir weniger um schneller, höher, weiter – sondern um Sinn, Wahrhaftigkeit und das innere Bedürfnis, meinen eigenen Weg zu gehen.

Beruflich arbeitete ich zunächst in Konzernen und Projekten, bis ich irgendwann den Hosenanzug gegen Arbeitshosen tauschte und eine Kurzlehre in der Orthopädietechnik absolvierte. Diese Zeit war ein Wendepunkt: Ich arbeitete mit meinen Händen, war nah an Menschen und Kindern und spürte sehr klar, wie erfüllend echte Begegnung im Arbeitsalltag sein kann. Über diesen Weg lernte ich die Ergotherapie kennen – und wusste, dass ich angekommen bin.

Menschen begleiten

Ich wollte Menschen nicht nur versorgen, sondern wirklich begleiten. Die Ergotherapie vereint für mich Nähe, Kreativität, fachliche Tiefe, Wissenschaft und Alltagstauglichkeit. Ihre Vielfalt eröffnet mir immer wieder neue Perspektiven – und gibt mir gleichzeitig die Möglichkeit, andere Menschen in ihrer Entwicklung individuell zu unterstützen.

Herz sagt „Ja“ zum IMC Krems

Meine Entscheidung für das IMC Krems war eine Herzensentscheidung. Bereits im berufsbegleitenden Master habe ich die familiäre Atmosphäre, die klare Struktur und die gute Begleitung sehr geschätzt. Ich habe mich stets gut aufgehoben gefühlt – und wusste daher sofort, dass ich auch mein Ergotherapie-Studium hier absolvieren möchte. 

Delephin - Therapie in Curaçao

Während meines Studiums durfte ich, im Zuge eines Erasmus-Praktikums in den Sommerferien, das CDTC Curaçao Dolphin Therapy Center erstmals kennenlernen und das Team vor allem administrativ unterstützen. Gleichzeitig konnte ich erste therapeutische Eindrücke sammeln und beobachten. Nach meinem Abschluss bin ich bewusst zurückgekehrt, um die Arbeit dort aus der Rolle der Ergotherapeutin zu erleben.

Die Zeit in Curaçao hat mir eindrücklich gezeigt, wie kraftvoll Beziehung, Präsenz und nonverbale Kommunikation sein können – besonders im Zusammenspiel von Menschen, Tier und Umwelt.

Die Tiergestützte Therapie ermöglicht einen unmittelbaren, wertfreien Zugang. Tiere schaffen Vertrauen, Nähe und Sicherheit – oft gerade dort, wo Worte fehlen. Besonders für Kinder eröffnet dieser Ansatz neue Möglichkeiten, sich zu öffnen und in Beziehung zu gehen.

Dem inneren Kompass folgen

Heute arbeite ich überwiegend mit Kindern und ihren Familien. Ich begleite Kinder vom Säuglingsalter bis ins junge Erwachsenenalter im ambulanten Bereich und bin zusätzlich in der stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Psychosomatik tätig – ein Bereich, der mir besonders am Herzen liegt. Mich berührt es, Kinder in herausfordernden Lebensphasen begleiten zu dürfen.

Parallel dazu gehe ich Schritt für Schritt meinen Weg in die Selbstständigkeit. Mein innerer Kompass ist klar: Räume zu schaffen, in denen Kinder ihre Leichtigkeit behalten und Erwachsene sie wiederfinden dürfen. 

Wohin mich mein eigener Weg noch führt, weiß ich nicht genau – aber ich begegne ihm mit Offenheit, Neugierde, (Vor-)Freude und im Vertrauen, dass sich die Räume zeigen werden, in denen ich wirken darf.

Ergotherapie