Story

Karriere in der Ergotherapie zwischen Praxis und Forschung

Der Einstieg in die berufliche Praxis

Nach dem Bachelor-Studiengang Ergotherapie am IMC Krems eröffnen sich vielfältige berufliche Möglichkeiten. Für viele Absolventinnen und Absolventen beginnt nach dem Studium der Einstieg in die berufliche Praxis, in der sie erste Erfahrungen im Gesundheitsbereich sammeln.

Barbara Bachmann
Damit ein Ausgleich zwischen Arbeitsleben und Entspannung stattfindet, verbringt Barbara ihre Freizeit am liebsten in der Natur, gemeinsam mit ihrem Hund und ihrem Pferd. Fotocredit: © fotobiasgrafie/Tobias Liam Bachmann

Auch Barbara Bachmann entschied sich nach ihrem Abschluss für den Berufseinstieg und begann ihre Tätigkeit als Ergotherapeutin im psychiatrischen Bereich mit Schwerpunkt Burnout. In der täglichen Arbeit mit Patientinnen und Patienten wurde ihr schnell bewusst, wie komplex die Herausforderungen im Alltag sein können.

Dabei zeigte sich, dass Einschränkungen in der Handlungsfähigkeit nicht nur durch Erkrankungen entstehen. Auch soziale und Umweltfaktoren spielen eine zentrale Rolle. Hindernisse wie eingeschränkter Zugang zum Arbeitsmarkt, soziale Isolation oder begrenzte Ressourcen können Menschen daran hindern, bedeutungsvolle Tätigkeiten auszuführen.

Wissen erweitern und Zusammenhänge verstehen

Um diesen vielfältigen Herausforderungen begegnen zu können, entschied sich die Absolventin ein halbes Jahr nach ihrem Berufseinstieg für ein Masterstudium im Bereich Ergotherapie und Handlungswissenschaften. Im Zuge dieses Studiums entwickelte sie ihre Leidenschaft für wissenschaftliches Arbeiten, was Barbara dazu bewog, auch hauptberuflich hier einen neuen Schwerpunkt zu setzen. Heute arbeitet sie in einem interdisziplinären Team mit hoher Forschungsexpertise am Institut für Therapie- und Hebammenwissenschaften am IMC Krems.

Für Barbara ist die Verbindung aus Forschung und Ergotherapie die ideale Kombination. Die Ergotherapie berücksichtigt neben der gesundheitlichen Situation auch Umwelt- und Kontextfaktoren und stellt das individuelle Erleben von Menschen in den Mittelpunkt. Diese Perspektiven bereichern auch ihre wissenschaftliche Arbeit.

Gleichzeitig profitiert sie von den Synergien zwischen Praxis und Forschung: Sowohl die Arbeit mit Klientinnen und Klienten als auch die Forschung regen sie zur Reflexion an und helfen ihr, eigene Annahmen kontinuierlich zu hinterfragen. Davon profitieren wiederum sowohl die Klientinnen und Klienten als auch die Forschung selbst.

Auf die Frage, woraus sie ihre Motivation schöpft, antwortet sie, dass einerseits eine ausgewogene Work-Life-Balance wichtig ist und andererseits der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen sie dazu animiert, sich stetig weiterzuentwickeln. Ihr Studium am IMC Krems hat Barbara in guter Erinnerung. Vor allem der wertschätzende Umgang zwischen Lehrenden und Studierenden sowie die individuelle Betreuung sind ihr im Gedächtnis geblieben.

Der Mensch als handelndes Wesen

Das Besondere an ihrer beruflichen Disziplin ist für Barbara der Mensch, der durch seine Handlungen an der Gesellschaft teilnimmt und dadurch seine Gesundheit fördert. Wenn es zu Barrieren oder Einschränkungen in Bezug auf diese Handlungsfähigkeit kommt, ist es für sie essenziell zu verstehen, dass diese Hindernisse aus unterschiedlichen Bereichen kommen können, die über die körperliche Verfassung einer Person hinausgehen.

Für die Absolventin ist Ergotherapie deshalb nicht nur Teil der Gesundheitsbranche, sondern auch Bestandteil des Sozialwesens, besonders im Hinblick auf soziale Gerechtigkeit. Sie ist sich sicher, dass Forschung ein wesentliches Instrument ist, um bessere Rahmenbedingungen für Chancengleichheit zu schaffen. In Barbaras Augen ermöglicht ihr diese Arbeit vor allem eines: sinnstiftend zu arbeiten.

Der Schlüssel zum Erfolg: Balance

Damit ein Ausgleich zwischen Arbeitsleben und Entspannung stattfindet, verbringt Barbara ihre Freizeit am liebsten in der Natur, gemeinsam mit ihrem Hund und ihrem Pferd. Die Zeit in der Natur hilft ihr, nach häufig kognitiv und emotional fordernden Arbeitstagen zur Ruhe zu kommen und wieder in Verbindung mit sich selbst zu sein.

Als Ausgleich genießt sie außerdem den Austausch mit Freundinnen, bei dem sie Energie tankt. Gleichzeitig schätzt sie auch ruhige Momente alleine, etwa beim Lesen oder bei kreativen Tätigkeiten. Das empfiehlt sie auch Studierenden. Vor allem, die Studienzeit bewusst zu genießen.

Ihr Tipp: „Unterstützt euch gegenseitig und nutzt die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, die Ergowelt in Österreich ist klein und man begegnet sich immer wieder.“

Interessierten am Studiengang Ergotherapie gibt sie mit, sich vorab ausreichend Informationen zu diesem Beruf einzuholen, Veranstaltungen des IMC Krems zu besuchen und sich mit Lehrenden und Studierenden auszutauschen.

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