Vom Umzug nach Österreich mit 18 Jahren bis zur Entwicklung digitaler Produkte in Europa: Unsere IMC Krems Informatics-Absolventin Sara Grimaldi über den Schritt aus der Komfortzone, das Vertrauen in die eigenen Entscheidungen und den Aufbau einer internationalen Karriere in der Technologiebranche.
Story
Internationale Karrieren beginnen mit Mut, nicht mit Gewissheit

Jedes Jahr entscheiden sich Studierende aus rund 70 Nationen für ein Studium an der IMC Hochschule für Angewandte Wissenschaften Krems. Für viele bedeutet das, Familie, Freundinnen und Freunde sowie das vertraute Umfeld hinter sich zu lassen. Für Sara Grimaldi begann dieses Abenteuer bereits mit 18 Jahren.
Als Tochter einer italienisch-kanadischen Familie kam sie direkt nach der Matura nach Krems. Es war ihr erster großer Schritt in ein internationales Umfeld und einer, der ihre Zukunft weit über das Studium hinaus prägen sollte. Heute umfasst ihr beruflicher Weg Stationen in Österreich, Irland und Ungarn und führte sie durch die Bereiche Forschung, Entrepreneurship, Cloud-Technologien und Produktmanagement.
Was dabei besonders auffällt: Ihre Karriere folgte keinem minutiös geplanten Plan. Vielmehr zeichnet sie die Bereitschaft aus, Chancen zu ergreifen, noch bevor sie sich vollständig bereit dafür fühlte.
„Der Schritt ins Ausland hat mich mehr gelehrt als jedes Lehrbuch“
Allein in ein anderes Land zu ziehen, war für Sara eine der prägendsten Erfahrungen ihres Lebens. „Als ich nach Krems kam, war alles neu. Ich musste mir ein eigenes Netzwerk aufbauen, mich an eine andere Kultur anpassen und lernen, Herausforderungen selbstständig zu meistern. Rückblickend hat mir diese Erfahrung viel früher Selbstvertrauen gegeben, als ich erwartet hätte.“
Das Informatikstudium am IMC Krems legte die fachliche Grundlage für ihre Laufbahn. Mindestens ebenso wertvoll war jedoch das internationale Umfeld. Das gemeinsame Lernen und Arbeiten mit Studierenden aus unterschiedlichsten Ländern eröffnete ihr neue Perspektiven, Denkweisen und Herangehensweisen – Erfahrungen, die sie heute täglich in internationalen Technologieteams einbringt.
Auch abseits des Hörsaals suchte sie bewusst nach neuen Erfahrungen. Als studentische Mitarbeiterin im international geförderten Forschungsprojekt OER Codex arbeitete sie gemeinsam mit Dr. Sarita Paudel an Bildungs- und Lerntechnologien. Zusätzlich sammelte sie im Bereich Business Development bei der Erste Bank in Wien praktische Erfahrungen und nahm am Creative Pre-Incubator Programm des IMC Krems teil, wo sie eine eigene Start-up-Idee entwickelte und präsentierte.
Anstatt sich früh auf einen bestimmten Karriereweg festzulegen, nutzte sie ihr Studium, um zu entdecken, wie Technologie Menschen, Unternehmen und Ideen miteinander verbindet.
„Meinen ersten Vollzeitjob hatte ich noch vor dem Studienabschluss“
Schon früh erkannte Sara, dass Chancen häufig dort entstehen, wo Vorbereitung auf Eigeninitiative trifft.
Bereits im Februar 2024, drei Monate vor ihrem Bachelorabschluss, hatte sie eine Vollzeitstelle bei Amazon Web Services (AWS) in Dublin zugesagt bekommen. Der Einstieg erfolgte nach einem erfolgreichen Praktikum als Network Development Engineer und brachte erneut einen internationalen Umzug mit sich.
„Noch einmal in ein anderes Land zu ziehen, war spannend, aber auch herausfordernd. Jedes neue Umfeld bringt Unsicherheiten mit sich. Gleichzeitig erweitert jeder Ortswechsel den eigenen Horizont und zeigt einem etwas Neues über sich selbst.“
Bei AWS arbeitete sie an groß angelegten Netzwerkinfrastrukturen und Cloud-Technologien, die weltweit Millionen von Nutzerinnen und Nutzern unterstützen. Über die technischen Aufgaben hinaus gewann sie wertvolle Einblicke in die Arbeitsweise globaler Unternehmen, die über Kulturen, Zeitzonen und Fachbereiche hinweg zusammenarbeiten.
Ihr Engagement und ihr Einsatz für mehr Diversität in der Technologiebranche wurden auch extern gewürdigt: Sie erreichte das Finale des STEM Champion Award 2025 bei den Diversity Inclusion Tech Awards.
Diese Erfahrung bestätigte eine Erkenntnis, die sie bereits am IMC Krems gewonnen hatte: Technisches Know-how allein reicht nicht aus. Ebenso wichtig sind Kommunikationsfähigkeit, Zusammenarbeit und Neugierde, wenn man international erfolgreich sein möchte.
„Die wertvollste Fähigkeit ist die Bereitschaft, ständig weiterzulernen“
Heute arbeitet Sara als Junior Product Owner bei Sony Europe in Budapest. In dieser Rolle verbindet sie technische und betriebswirtschaftliche Perspektiven und unterstützt die Zusammenarbeit verschiedener Teams bei der Entwicklung und Umsetzung von Produkten.
Wenn sie auf ihren bisherigen Weg zurückblickt, erkennt sie einen roten Faden. „Die Aufgaben haben sich verändert – von Forschung über Business Development und Cloud Engineering bis hin zum Product Ownership. Die wichtigste Fähigkeit ist aber immer dieselbe geblieben: die Bereitschaft, kontinuierlich zu lernen und sich auf neue Situationen einzustellen.“
Studierenden und jungen Absolventinnen und Absolventen, die eine internationale Karriere anstreben, gibt sie einen klaren Rat mit auf den Weg: „Warte nicht darauf, bis du dich vollkommen bereit fühlst. Einige der besten Chancen ergeben sich genau dann, wenn du unbekanntes Terrain betrittst. Im Ausland zu leben, mit Menschen unterschiedlicher Hintergründe zusammenzuarbeiten und sich neuen Herausforderungen zu stellen, lässt einen auf eine Weise wachsen, die man vorher nicht vorhersehen kann.“
Für Sara bedeutete eine internationale Karriere nie nur, von einem Land ins nächste zu ziehen. Vielmehr ging es darum, das Selbstvertrauen zu entwickeln, mit Veränderungen umzugehen und neue Wege einzuschlagen. Eine Haltung, die erstmals auf die Probe gestellt wurde, als sie als 18-jährige Studentin nach Krems kam – und die sie bis heute begleitet.