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IMC-Studie: Familie und Karriere – junge Menschen wollen beides

Aktuelle Studierenden-Studie zeigt: Vereinbarkeit bleibt vor allem für Frauen eine Herausforderung

In einer Online-Befragung (CAWI) des Studiengangs Unternehmensführung und Digitales Management an der IMC Hochschule für Angewandte Wissenschaften Krems (IMC Krems) wurden im Sommersemester ca. 200 junge Erwachsene in Österreich befragt. Im Mittelpunkt stand die Frage, welchen Stellenwert Familie und Karriere für die junge Generation haben und wie gut sich beide Lebensbereiche miteinander vereinbaren lassen. Im Rahmen der Lehrveranstaltung Marketing Research unter der Leitung von Dr. Cordula Cerha.

Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild statt eines klaren Entweder-oder: 40 % der Befragten bewerten Familie und Karriere als gleich wichtig. 32 % geben der Familie den Vorrang, 28 % der Karriere. Männer priorisieren Karriere häufiger als Frauen; in ländlichen Regionen steht Familie deutlich öfter an erster Stelle als in städtischen Gebieten.
 

Familie oder Karriere? Eine Studie von Studierenden des IMC Krems zeigt, dass junge Erwachsene in Österreich beides wollen – die Vereinbarkeit bleibt jedoch eine zentrale Herausforderung.

Vereinbarkeit bleibt eine zentrale Herausforderung

Gleichzeitig wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als anspruchsvoll wahrgenommen. Nur 8 % stimmen vollkommen zu, dass Kinder und Karriere gut miteinander vereinbar sind. Knapp zwei Drittel sehen traditionelle Geschlechterrollen als zentrale Hürde. Mehr als die Hälfte kann sich vorstellen, die eigene berufliche Entwicklung zugunsten einer Familiengründung anzupassen; ein Gehaltsverzicht kommt hingegen nur für 41 % eher oder sehr infrage.

Der Kinderwunsch ist dennoch stark ausgeprägt. Über 80 % der Befragten können sich Kinder vorstellen: 33 % sicher, weitere 48 % jedoch erst dann, wenn Rahmenbedingungen wie ein stabiler Job, geeigneter Wohnraum und finanzielle Sicherheit gegeben sind. Nur 8 % schließen Kinder grundsätzlich aus. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Familiengründung für viele junge Menschen eng mit Verlässlichkeit, Stabilität und Planbarkeit verknüpft ist.

Karrierenachteile werden vor allem für Frauen erwartet

Besonders deutlich fällt die Einschätzung der Auswirkungen von Elternschaft auf die berufliche Entwicklung aus. 72 % der Befragten gehen davon aus, dass Kinder die Karrierechancen von Frauen negativ beeinflussen. Für Männer wird Elternschaft dagegen überwiegend als neutral bewertet: 57 % sehen hier keinen Einfluss auf die Karriere. Dieser Unterschied zeigt sich unabhängig vom Wohnort; sowohl in städtischen als auch in ländlichen Regionen werden negative Auswirkungen auf Frauenkarrieren wahrgenommen.

Auch persönliche Erfahrungen im Umfeld prägen die Wahrnehmung. 46 % der Befragten halten Vorbilder für sehr wichtig, tatsächlich verfügen 51 % über ein persönliches Vorbild. Negative Beispiele sind jedoch noch präsenter: 58 % kennen eine abschreckende Erfahrung im eigenen Umfeld; Frauen berichten davon häufiger als Männer.

Die Studie zeigt damit klare Ansatzpunkte für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf. Als größte Hürden werden Zeitmangel und finanzielle Unsicherheit genannt. Am stärksten entlasten könnten aus Sicht der Befragten flexible Arbeitszeiten, eine kinderfreundliche Unternehmenskultur sowie Homeoffice-Regelungen. Vereinbarkeit wird damit nicht ausschließlich als private Herausforderung verstanden, sondern als gesellschaftliche und wirtschaftliche Aufgabe, die maßgeblich von Arbeitsbedingungen, Rollenbildern und finanzieller Sicherheit beeinflusst wird.

Trotz bestehender Herausforderungen blickt ein großer Teil der Befragten vorsichtig optimistisch in die Zukunft: 47 % erwarten, dass sich die Vereinbarkeit von Familie und Karriere in Österreich in den kommenden zehn Jahren verbessern wird. Ein Drittel rechnet mit keiner Veränderung, ein Fünftel mit einer Verschlechterung.