Eva ist ein Role-Model und ein inspirierendes Beispiel dafür, was man mit einem internationalen Studium am IMC Krems sowie mit Mut, Ausdauer und lebenslangem Lernen weltweit erreichen kann. Ab Herbst übernimmt sie das neue IMC Alumni Chapter für die San Francisco Bay Area und freut sich auf die Vernetzung mit Studierenden, Lehrenden und Alumni.
Story
IMC-Absolventin gründet im Silicon Valley

Vom IMC-Studium zur Unternehmerin in Kalifornien
Eva Christine Reder legte den Grundstein für ihre internationale Karriere mit dem Bachelorstudium Export-oriented Management (jetzt: International Business Management) am IMC Krems. Schon während des Studiums zog es sie in die Welt hinaus: Auslandssemester in Malaysia und Lateinamerika, ein Praktikum bei der Wirtschaftskammer und bei SUHAKAM in Kuala Lumpur sowie Praxiserfahrung in der Studienberatung an der Hochschule. Diese frühe Kombination aus Internationalität, interkultureller Kompetenz und Praxiserfahrung verschaffte ihr später im Silicon Valley entscheidende Vorteile.
Der Schritt ins Silicon Valley & die Gründung ihrer Agentur 2015 wagte Eva den Sprung ins Zentrum der globalen Start-up-Szene: San Francisco. Dort gründete sie zunächst NomadApp – eine Reise-App für digitale Nomadinnen und Nomaden. 2016 wurde sie Mitgründerin von VentureLink Partners. Aus dieser Erfahrung entstand ihr heutiges Unternehmen: GrowthMasters, eine auf datengetriebenes Marketing spezialisierte Agentur, die internationale Start-ups beim Wachstum unterstützt. Mit einem global agierenden Team von über 20 Mitarbeitenden zeigt Eva, wie man remote, skalierbar und nachhaltig Unternehmen aufbauen kann – und dass IMC-Absolventinnen und -Absolventen auch im Silicon Valley erfolgreich sind.
Mehr als ein Unternehmen: Community & Innovation
Doch Eva ist weit mehr als Unternehmerin. Seit 2015 engagiert sie sich als Programm-Managerin beim Manos Accelerator – einem Start-up-Programm im Rahmen von Google Launchpad. Sie war Mentorin für zahlreiche Gründerinnen und Gründer, u. a. bei i5invest und Google Launchpad, und wurde sogar vom US-Außenministerium als Sprecherin eingeladen. Darüber hinaus unterrichtet sie an der UC Berkeley Extension, wo sie ihre Erfahrungen mit jungen Gründerinnen und Gründern teilt. Dieses Engagement zeigt: Eva lebt Innovation – aber vor allem auch Empowerment.
LinkedIn Insights: GrowthMetrics & Back-to-Basics
In ihren LinkedIn-Postings analysiert Eva aktuelle Trends in den Bereichen Fundraising und Start-up-Wachstum. Sie teilt regelmäßig Einblicke wie etwa: „Founders that are scrappy & resourceful continue to raise at the pre seed …“ – ein Indikator für ihren datengetriebenen, praxisnahen Zugang in der Gründungsberatung. Ihre Beiträge verbinden Erfahrung mit analytischer Tiefe und machen sie zu einer gefragten Stimme in der internationalen Start-up-Szene.
Zurück nach Österreich – Think global, act local
Trotz ihrer internationalen Karriere vergisst Eva ihre Wurzeln nicht. Im Oktober kehrte sie an ihr ehemaliges Gymnasium in Wels zurück, um über ihren Weg ins Silicon Valley, den Umgang mit KI und ihre Erfahrungen als Gründerin zu sprechen. Ihre Botschaft an die Schülerinnen und Schüler war klar: Man sollte sich große Ziele setzen, lebenslang lernen – besonders im Tech- und KI-Bereich – und den Mut haben, Unsicherheit auszuhalten. Erfolg entsteht nicht über Nacht, sondern durch Ausdauer und ständiges Weiterentwickeln.
Eigene Ideen groß denken Das IMC Krems bietet mehr als nur akademisches Wissen – sie fördert Gründungskompetenz, Internationalität und Eigeninitiative. Eva Christine Reder ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie Absolventinnen und Absolventen diese Möglichkeiten nutzen können. Ihre Geschichte zeigt, wie man mit interkultureller Offenheit, dem richtigen Mindset und praxisnaher Ausbildung weltweit unternehmerisch erfolgreich sein kann – und macht Mut, eigene Ideen groß zu denken.
Takeaways für (zukünftige) Alumni
Wer – wie Eva – internationale Neugier lebt und sich schon während des Studiums in verschiedenen Kulturen und Arbeitsumfeldern bewegt, schafft sich ein stabiles Fundament für eine globale Karriere. Die Fähigkeit, agil und praxisorientiert zu gründen – von der Ideenfindung bis zur Skalierung – ist heute mehr denn je ein Wettbewerbsvorteil. Evas Beispiel unterstreicht außerdem die Bedeutung des lebenslangen Lernens. Sie selbst empfiehlt, sich stetig weiterzubilden – besonders in den Bereichen Technologie und Künstliche Intelligenz – um den Herausforderungen und Chancen einer sich rasch wandelnden Welt gewachsen zu sein.
Eva meint: „Ich habe Absolventinnen und Absolventen von Stanford, Harvard und vielen anderen Spitzenuniversitäten in den USA und Europa getroffen. Ich würde sagen, die Alumni des IMC Krems können mit all diesen mithalten: die Einstellung, das Netzwerk, die Möglichkeiten. Ich bin stolz, eine IMC-Alumna zu sein.“
Welche Module oder Netzwerke am IMC Krems haben Ihnen rückblickend am meisten beim Aufbau Ihrer Gründerinnen-Karriere im Silicon Valley geholfen?
Für mich war es die Mischung aus allem. Ich bin sehr an den Auslandsaufenthalten gewachsen. Ich erinnere mich, als ich damals die Option auf einer Liste sah, mein Praktikum in Malaysia zu machen, und ich mir dachte: „Wow? Echt? Das könnte ich jetzt echt machen? Ich kann sagen ja bitte, und dann ziehe ich für sechs Monate nach Kuala Lumpur?“ Das fand ich ganz toll an Krems. Auch das Leben am Campus und vor allem der Austausch mit den Auslandsstudierenden beim ESN war total bereichernd. Dadurch habe ich auch viele engagierte Leute aus anderen Studiengängen kennengelernt, mit denen ich heute noch in Kontakt bin.
Wenn ich ein Fach nennen müsste, das mir bis heute im Kopf geblieben ist, dann ABCT (Applied Business Computer Technologies). Unser Professor hat damals immer betont, wie wichtig Excel, PowerPoint und Word sind. Ich habe das damals nicht ganz ernst genommen, aber heute weiß ich, wie recht er hatte. Diese Basics braucht man einfach überall. Das Startup Bootcamp war für mich auch ein wichtiger Moment. Es ging gar nicht so sehr um den Output, sondern darum, überhaupt mal mit Begriffen wie Investor, Pitch oder Business Model in Berührung zu kommen.
Wie haben Sie persönlich den Schritt gewagt, sich in einem völlig neuen Gründungsumfeld in den USA zu behaupten – und was würden Sie anderen österreichischen Gründerinnen raten, die ebenfalls diesen Weg gehen wollen?
Ich war immer fasziniert vom Silicon Valley. Ich hatte in Wien schon Startup-Erfahrung gesammelt und als sich die Chance ergeben hat, an einem Programm in San Francisco teilzunehmen, habe ich sofort Ja gesagt. Was ich anderen raten würde: Einfach machen. Viele lassen sich von den hohen Lebenshaltungskosten abschrecken, aber es gibt Wege. Man kann ein Zimmer mit jemandem teilen, ein bisschen was nebenbei verdienen, sparsam leben oder nur für eine begrenzte Zeit rüberkommen … zum Beispiel mit einem Bootcamp, über ein Austauschprogramm oder ein Masterstudium. Wichtig ist, dass man sich in ein Umfeld bringt, wo viel passiert. Man muss nicht alles wissen oder perfekt vorbereitet sein. Allein die Energie vor Ort bewegt einen schon in eine Richtung.
Sie betonen oft die Relevanz von Tech- und KI-Kompetenzen: Welche Fähigkeiten sollten Studierende Ihrer Meinung nach zusätzlich entwickeln, um international wettbewerbsfähig zu sein?
Für mich besteht die Lösung aus drei Dingen: Erstens, zu erkennen, was das eigentliche Problem ist. Zweitens, das Selbstvertrauen zu haben, dass man es lösen kann; nicht aus Arroganz, sondern aus dem klaren Mindset: Ich finde einen Weg. Und drittens, das Ganze auch wirklich zu machen. Sich hinzusetzen und ein YouTube-Tutorial zu schauen, wie man XY automatisiert, bringt einen oft schon weiter als 90 % der Peers. Es ist nicht kompliziert, aber es erfordert Eigeninitiative. Viele scheitern nicht an mangelndem Wissen, sondern an der Haltung. Sie warten darauf, dass ihnen jemand Erlaubnis gibt, etwas zu tun, statt zu handeln. Dabei ist genau das der Unterschied: Wer bereit ist, zu lernen, zu testen und umzusetzen, ist in einer Welt mit ständig neuen Tools immer im Vorteil. KI ist nur ein Mittel. Der eigentliche Skill ist, ein Problem zu verstehen und dann mutig und pragmatisch eine Lösung zu bauen.
Was gibt Ihnen in herausfordernden Zeiten Kraft – gibt es Rituale, Menschen oder Gedanken, die Sie immer wieder motivieren, dranzubleiben?
Ich sage immer, Entrepreneurship ist das beste Selbstentwicklungsprogramm, das es gibt. Man kommt an seine Grenzen: mental, emotional, manchmal auch physisch. Und man lernt extrem viel über sich selbst. Für mich ist es wichtig, meine Trigger zu kennen. Wenn ich merke, dass ich in einer negativen Gedankenspirale stecke, hilft es mir, zu wissen: Das kenne ich schon. Es geht vorbei. Dann tue ich bewusst etwas, das mir hilft, wieder in einen klaren Zustand zu kommen. Sport ist ein großer Teil davon. Eine Runde Yoga, ein Kurs, irgendwas, wo ich rauskomme, Leute sehe und wieder im Körper bin. Ich brauche auch den Austausch mit Menschen außerhalb der Start-up-Welt. Familie, Natur, einfach mal runterkommen. Das erdet mich total.
