Gesundheit gerechter, digitaler und altersinklusiver zu gestalten – dafür setzt sich Hanna Köttl mit Nachdruck ein. Seit 2022 leitet sie den Masterstudiengang Angewandte Gesundheitswissenschaften am IMC Krems, im Herbst 2025 übernimmt sie zusätzlich die Forschungsprofessur für gerechte, KI-gestützte und altersinklusive Gesundheitsversorgung. Mit ihrem klaren Blick für gesellschaftliche Herausforderungen, internationaler Erfahrung und einem hohen Maß an Charisma verbindet sie Forschung, Lehre und Innovation.
Presse
Gesundheitsversorgung neu denken

Von der Praxis zur Forschung mit internationalem Blick
Köttl begann ihre Karriere als Ergotherapeutin in der Akutpsychiatrie und Geriatrie in Zürich. Schon früh interessierte sie, wie Technologie und gesellschaftliche Rahmenbedingungen die Gesundheit und Teilhabe älterer Menschen prägen. Internationale Stationen führten sie nach Belgien, die Schweiz, Israel, Togo und Bangladesch. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts EuroAgeism promovierte sie an der Bar-Ilan University in Tel Aviv über Altersdiskriminierung und die Nutzung von Technologien im höheren Alter. Diese Erfahrungen haben ihre wissenschaftliche Haltung entscheidend geprägt – ebenso wie die Zusammenarbeit mit Policy-Organisationen wie der EU Fundamental Rights Agency, den Vereinten Nationen (Population Unit der UNECE) oder AGE Platform Europe.
Forschungsschwerpunkte: Digitalisierung, Gerechtigkeit, Teilhabe
Heute beschäftigt sich Köttl mit digitaler Gesundheit, sozialer Teilhabe und der Bekämpfung von Ageism. Im internationalen CROB-Projekt untersucht sie, wie pflegende Angehörige von Schlaganfall-Betroffenen unterstützt werden können – mit dem Ziel, digitale Ansätze zur Entlastung und Stärkung dieser Gruppe zu entwickeln.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Integration von Künstlicher Intelligenz ins Gesundheitswesen. „Bias in KI-Systemen kann Ungleichheiten reproduzieren oder verstärken – etwa durch Altersdiskriminierung“, erklärt Köttl. Ihre Forschung fragt daher: Wie lassen sich KI-Systeme so gestalten, dass sie inklusiv, gerecht und ethisch verantwortungsvoll wirken – gerade auch für ältere und vulnerable Gruppen?
Lehre mit Haltung: Diversität und Praxisbezug
Als Studiengangsleiterin am IMC Krems verfolgt sie die Vision eines zukunftsorientierten, praxisnahen und gesellschaftlich relevanten Studiengangs. Nachhaltigkeit versteht sie dabei nicht nur ökologisch, sondern auch im Sinne von gerechten und resilienten Gesundheitssystemen.
Besonders hervorzuheben ist das Praxisprojekt, das Studierende durch das gesamte Studium begleitet: In multiprofessionellen Teams entwickeln sie Lösungen für reale gesellschaftliche Herausforderungen – und setzen diese auch praktisch um. Für Köttl ist das die beste Verbindung von Wissenschaft, Praxis und gesellschaftlichem Nutzen.
Inspiration im Austausch
Ihre Studierenden bezeichnet sie als ständige Inspirationsquelle: „Sie ermutigen mich, neugierig zu bleiben und immer wieder neue Perspektiven einzunehmen.“ Ebenso wichtig ist für sie die eigene Balance – ihre Kinder, Yoga und Wandern geben ihr Kraft und Erdung.
Forscherin mit Weitblick
Mit ihrer neuen Rolle als Forschungsprofessorin wird Köttl künftig noch stärker an der Schnittstelle von Technologie, Gerechtigkeit und Gesundheit arbeiten. Ihr Ziel bleibt klar: Gesundheitsversorgung nicht nur effizienter, sondern auch fairer und inklusiver zu gestalten – und damit einen Beitrag für ein zukunftsfähiges Gesundheitssystem zu leisten.