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Genuss bleibt im Gedächtnis und fördert Urlaubserholung

Wie Kulinarik den Urlaub prägt – und KI die Reiseplanung verändert

Aktuelle Studien der IMC University of Applied Sciences Krems zeigen: Kulinarische Erlebnisse beeinflussen Erinnerungen, Erholung und Reiseverhalten

Kulinarik ist längst weit mehr als ein schönes Extra im Urlaub. Sie beeinflusst zunehmend, wie intensiv und erholsam Menschen ihre Reise erleben, wie nachhaltig sie sich daran erinnern – und ob sie eine Destination weiterempfehlen oder erneut besuchen. Zu diesem Ergebnis kommen aktuelle Forschungsarbeiten der IMC University of Applied Sciences Krems (IMC Krems) rund um Tourismusforscherin Stephanie Tischler sowie eine ergänzende Masterarbeit von Donya Pernitz zu den Auswirkungen generativer künstlicher Intelligenz auf die Reiseplanung der Generation Z.

Die Studien zeigen: Essen und Trinken werden für Reisende immer stärker zu emotionalen Erlebnisankern. Gleichzeitig verändert künstliche Intelligenz die Art und Weise, wie insbesondere junge Menschen kulinarische Reisen planen und entdecken.
 

Stephanie Tischler vom IMC Krems erforscht, wie kulinarische Erlebnisse Urlaubserinnerungen und Erholung nachhaltig prägen. Aktuelle Studien zeigen zudem, dass generative KI die Reiseplanung – insbesondere der Generation Z – zunehmend verändert.

Kulinarik als Schlüssel zu Erinnerungen und Urlaubserholung

Zwar reisen laut aktuellen Untersuchungen nur rund 15 bis 20 Prozent der Gäste gezielt wegen kulinarischer Angebote nach Österreich, dennoch spielt Kulinarik für nahezu alle Reisenden eine zentrale Rolle. Entscheidend ist dabei weniger das Motiv der Anreise als vielmehr die Wirkung vor Ort: Kulinarische Erlebnisse prägen maßgeblich, wie positiv, erholsam und intensiv ein Urlaub wahrgenommen wird und die Erinnerungen daran sind zentraler Treiber für nachgelagerte Effekte wie Wiederbesuch oder Weiterempfehlung.

Ein neuer Erklärungsansatz ist hier die sogenannte „Memory-Dominant Logic“. Dahinter steckt die Idee, dass nicht das Erlebnis selbst entscheidend ist, sondern die Erinnerung daran. Besonders lebendig bleiben jene Momente im Gedächtnis, die emotional berühren und mehrere Sinne ansprechen – etwa ein intensiver Geschmack, ein besonderer Duft oder eine stimmungsvolle Atmosphäre. Genau solche Erlebnisse machen Reisen und kulinarische Erlebnisse oft unvergesslich.
„Kulinarische Erlebnisse sprechen Menschen emotional an und tragen wesentlich zur Erholung im Urlaub bei. Sie verbinden Genuss mit Atmosphäre, entschleunigten Momenten und positiven Erinnerungen – genau diese Kombination macht Urlaub für viele nachhaltig erlebbar, erinnerbar und erholsam“, erklärt Stephanie Tischler.

Erlebnisräume statt reiner Verpflegung

Die Forschung zeigt zudem, dass gelungene kulinarische Angebote selten zufällig entstehen. Sie sind Teil bewusst gestalteter sogenannter „Experience Scapes“ – Erlebnisräume, in denen unterschiedliche Faktoren zusammenspielen: physische Umgebung, sensorische Eindrücke, soziale Interaktion, regionale Geschichten und oft auch bewusst entschleunigte Abläufe.
Ein traditionelles Wirtshaus, authentische Gastgeberinnen und Gastgeber oder die Geschichte hinter einem regionalen Gericht können gemeinsam ein Erlebnis schaffen, das weit über den Restaurantbesuch hinausgeht. Besonders relevant: Essen und Trinken werden von Gästen als besonders erholsame Aktivitäten wahrgenommen – ein Aspekt, der in einer zunehmend beschleunigten Welt weiter an Bedeutung gewinnt.
„Für touristische Betriebe bedeutet das, Kulinarik nicht isoliert zu denken, sondern als integralen Bestandteil eines ganzheitlichen Urlaubserlebnisses“, so Stephanie Tischler. „Wer Genuss emotional und authentisch inszeniert, schafft bleibende Erinnerungen.“

Generation Z plant kulinarisch – mit Unterstützung von KI

Eine ergänzende Masterarbeit am IMC Krems zeigt, wie stark generative künstliche Intelligenz bereits die Reiseplanung der Generation Z beeinflusst – insbesondere bei kulinarischen Reisen.
Die Ergebnisse machen deutlich: KI-Tools werden vor allem in frühen Phasen der Planung genutzt, etwa zur Inspiration für Reiseziele, Restaurants oder ganze kulinarische Routen. Ob Street-Food in Bangkok, Trattorien in Rom oder vegane Cafés in Berlin – viele Ideen entstehen heute nicht mehr ausschließlich über klassische Reiseführer, sondern zunehmend durch KI-Anwendungen.
Besonders geschätzt werden die Geschwindigkeit, die Vielfalt der Vorschläge und die Möglichkeit, individuelle Empfehlungen in Echtzeit zu erhalten. Gleichzeitig bleibt ein kritischer Umgang bestehen: KI-Vorschläge werden selten ungeprüft übernommen, sondern mit Bewertungen, Erfahrungsberichten und weiteren Quellen abgeglichen.
Die Forschung zeigt damit nicht nur die wachsende Bedeutung kulinarischer Erlebnisse im Tourismus, sondern auch den tiefgreifenden Wandel digitaler Informations- und Entscheidungsprozesse.