Eine aktuelle Studie der IMC Hochschule für Angewandte Wissenschaften (IMC Krems) zur Nutzung Generativer KI (GenAI) in österreichischen Unternehmen (n=1.015) fördert einen klaren Trend zutage: Männer sind bei der KI-Nutzung im Schnitt länger dabei – doch Frauen holen mit beachtlichem Tempo auf. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich Generative KI zunehmend von einer Technologie für frühe Anwender zu einem breit genutzten Arbeitswerkzeug entwickelt – und Frauen dabei eine immer wichtigere Rolle spielen.
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Frauen holen bei KI rasant auf – und nutzen sie smarter

Der Vorsprung der Männer: Wer früher startete
Die Nutzungsdauer-Daten zeigen ein eindeutiges Bild: In der Gruppe derer, die GenAI bereits seit mehr als einem Jahr einsetzen (31,4 % aller Befragten), stellen Männer den größeren Anteil. Sie haben also früher begonnen, erste Erfahrungen zu sammeln – zu einer Zeit, als Generative KI noch ein Nischenthema war.
Dieses frühere Einsteigen dürfte auch mit unterschiedlicher Affinität zu technologischen Neuheiten zusammenhängen – ein bekanntes Phänomen, das sich bei vielen digitalen Technologien beobachten lässt.
Der Aufholeffekt: Frauen entscheiden sich bewusst für KI
Doch das Blatt wendet sich: In der Gruppe der jüngeren Nutzerinnen und Nutzer – also jenen, die GenAI seit 2 bis 6 Monaten einsetzen (32,8 %, die größte Einzelgruppe) – ist der Anteil der Frauen deutlich gewachsen.
Das sind keine zufälligen Einsteigerinnen: Frauen, die heute mit GenAI beginnen, tun das in einem reifen Marktumfeld. Sie wählen Tools bewusst aus, haben konkrete Anwendungsfälle vor Augen und sind schneller produktiv.
„Wer später einsteigt, hat oft einen Vorteil: Man lernt aus den Fehlern der Frühen und startet direkt mit den besten Anwendungsfällen. Die Daten legen nahe, dass Frauen genau das tun.“, so Prof.(FH) Mag. Dr. Doris Berger-Grabner, MA, CSE, Forscherin und Studiengangsleiterin Unternehmensführung und Digitales Management am IMC Krems.
Was Frauen mit KI machen: Kommunikation, Wissen, Inhalte
Die beliebtesten KI-Anwendungen spiegeln diesen fokussierten Einstieg wider:
- Texte verbessern: 53 ,8% Frauen
- E-Mails beantworten: 54,1% Frauen
- Marketingtexte erstellen: 53,7% Frauen
Gerade bei kommunikationsnahen Aufgaben wie E-Mails beantworten und Marketingtexte erstellen zeigt sich eine starke weibliche Beteiligung – Bereiche, in denen Frauen im Berufsalltag oft zentrale Rollen einnehmen.
Was Unternehmen jetzt tun müssen
Der Aufholprozess läuft – aber er geschieht nicht von selbst. Unternehmen, die diese Dynamik für sich nutzen wollen, sollten:
- Weibliche Mitarbeitende aktiv beim KI-Einstieg unterstützen und nicht auf Selbstinitiative warten
- Schulungsformate an konkreten Use Cases orientieren (Texte, Recherche, Kommunikation)
- Den Erfahrungsvorsprung der männlichen Kollegen als Mentoring-Ressource nutzen
- Nutzungsbarrieren für spät einsteigende Gruppen systematisch abbauen
Über die Studie
Die zitierten Daten stammen aus einer aktuellen Befragung des IMC Krems Hochschule für Angewandte Wissenschaften zur Nutzung Generativer KI in österreichischen Unternehmen (n=1.015). Die Erhebung umfasste unter andere, 28 GenAI-Anwendungsfälle sowie demografische Merkmale inkl. Geschlecht und Nutzungsdauer. Beteiligte IMC-Forscher*innen sind die Professor*innen Michael Bartz, Doris Berger-Grabner, Ruben Ruiz Torrubiano und Denise Kleiss.