Holzfässer mit Granit & Schiefer, Naturwein in Mundart: IMC-Alumni erfinden die Weinbranche neu – und zwar auf ihre ganze eigene Art. Wir haben mit Fassbinder Manuel Schön und Winzerin Katharina Gessl gesprochen, wie wichtig die Nische und der Spaß an der Sache sind.
Story
Erfindung, Vermarktung, Party!

BARAWARARIN – das Wort auszusprechen, stellt schon Einheimische vor Herausforderungen. Einen Wein mit dem Namen international vermarkten? „Funktioniert nie, haben mir viele anfangs gesagt. Ich habe es trotzdem gemacht, weil’s eine Geschichte ist, die zu mir passt.“ Katharina Gessl aus dem kleinen Ort Zellerndorf im Weinviertel ist heute eine der gefragtesten österreichischen Winzerinnen der neuen Generation. Kein Zufall. „Ich bin ein strategisch denkender Mensch – mir hat es im Studium immer am meisten Spaß gemacht, Strategien für Weingüter zu entwickeln.“
Eine klare Strategie für seine Fassbinderei in Sitzenberg-Reidling, die hat auch Manuel Schön. Einfach weiterzumachen wie bisher, war für ihn, vierte Generation, zu wenig. „In meiner Bachelorarbeit am IMC habe ich über den Einfluss von Holzeinsatz auf den Wein geschrieben. Das Thema habe ich weiterentwickelt – und das Hybridfass erfunden.“ Nach vielen Monaten Entwicklung hat die Fassbinderei Schön Anfang 2026 die Innovation vorgestellt: eine Kombination aus Holz- und Steinfass. Die Böden sind dabei wahlweise aus Granit oder Schiefer, der Fasskörper aus Holz. „Mit dieser Kombi können die Winzer den Holzeinfluss viel flexibler und genauer steuern. Die Böden können weiterverwendet, der Holzteil getauscht werden. Das heißt, es ist ein nachhaltiges Produkt, das für sich für einen Betrieb auch rechnet über die Jahre.“ Mit seiner Erfindung hat Manuel Schön schon international Schlagzeilen gemacht – Weingüter aus der ganzen Welt klopfen in der niederösterreichischen Fassbinderei an. „Der nächste Schritt ist, das Hybridfass für verschiedene Weinbauregionen zu individualisieren – mit Carrara-Marmor, Südtiroler Granit, portugiesischem Schiefer und so weiter.“
„Am IMC Krems kannst du dir ein internationales Netzwerk aufbauen“
International ist auch Katharina Gessl mit ihren Weinen unterwegs. Barawararin, Spompanadeln, Hawara – ihre Weine sind immer im Gepäck. „Das war von Anfang an mein Plan, sie international zu vermarkten. Weil ich selbst so gerne reise.“ Den internationalen Aspekt beim International Wine Business-Studium – den finden Katharina Gessl und Manuel Schön bis heute einzigartig. „Das IMC Krems ist extrem fortschrittlich, hier kannst du dir ein internationales Netzwerk aufbauen.“ Auch in Geisenheim und an der BOKU Wien haben beide schon studiert: „Zu International Wine Business gibt es aber kein vergleichbares Studium. Krems ist so toll, auch weil rundherum spannende Weinregionen liegen. Genau das macht es aus – am Wochenende sind wir meistens gemeinsam los und haben die Winzerinnen und Winzer einfach gefragt, ob wir spontan vorbeischauen können. So etwas funktioniert in Österreich, das ist wirklich cool.“
Auch mit anderen Studienkolleginnen und -kollegen sind sie bis heute in Kontakt. „Manche sind im Marketing gelandet, manche im Weingut. Ein paar machen beruflich ganz etwas anderes – wenn wir uns treffen, dann beflügeln wir einander trotzdem gegenseitig. Am IMC nimmst du nicht nur das Internationale und den Innovationsgeist mit, sondern eben auch ein Netzwerk.“
Spaß muss es machen, finden die beiden. „Und da ist Wein einfach ein tolles Produkt, das Menschen zusammenbringt.“ Auch am Weingut von Katharina Gessl gibt’s dazu immer wieder besondere Events – 2026 zum Beispiel die Disco Schabernack. Wohl alles andere als eine klassische Weinverkostung. Wein weiter denken. Mehr auf www.katharinagessl.at und www.schoen-austria.com





