Story

Energiezukunft aktiv mitgestalten

Wie unsere Studierende Rafaela Richter und unsere Absolventin Arianna Colcuc die grüne Transformation der EVN mit Daten, Strategie und Teamwork vorantreiben.

Mit dem Master-Studium Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement am IMC Krems haben Rafaela Richter und Arianna Colcuc nicht nur Fachwissen erworben, sondern auch eine gemeinsame Leidenschaft gefunden: die Energiewende konkret umzusetzen. Heute arbeiten beide bei der EVN (Energieversorgerin Niederösterreich) – in derselben Abteilung, mit klarem Fokus auf Wirkung.

Was sie antreibt, wie das Studium sie geprägt hat und woran man ihre Wirkung im Unternehmen spürt – das erklären sie im gemeinsamen Gespräch.

Arianna Colcuc und Rafaela Richter
Arianna Colcuc (li.) und Rafaela Richter (re.) sind sich einig: „Wir empfehlen das Master-Studium Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement, weil anwendbare Methoden mit wissenschaftlicher Basis verbunden werden – praxisnah, umsetzungsorientiert und wirkungsfokussiert.“

Was hat euch motiviert, Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement zu studieren?

Rafaela: Mir war früh klar, dass die Transformation nur gelingt, wenn Unternehmen Klimaschutz in ihre Kernprozesse integrieren. Durch meine Arbeit in der Forschungsinitiative Green Energy Lab während meines Bachelors habe ich erlebt, wie eng Forschung und Innovation in der Energiewende zusammenspielen und habe aktiv daran mitgewirkt. Das Masterstudium habe ich bewusst gewählt, um jene Methoden und Werkzeuge zu erlernen, die eine wirksame Umsetzung in der Praxis ermöglichen. 

Arianna: Ich schaue gern über den Tellerrand. Im Bachelor habe ich Volkswirtschaft studiert und durfte mit Prof. Karl Aiginger, dem ehemaligen Direktor des WIFO (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung), ein Paper zur Klimakonferenz in Glasgow schreiben. Spätestens da hat mich Nachhaltigkeit gepackt. Das Master-Studium verbindet Wirtschaft, Technik und soziale Themen – genau diese Kombination wollte ich.

Wann war klar: Ich möchte beruflich zur nachhaltigen Transformation beitragen?

Rafaela: Ich wollte meine analytischen Fähigkeiten mit meinem Anliegen verbinden – wirksamen Klimaschutz.

Arianna: Ich wollte einen Job mit Sinn. Im Umfeld eines Energieversorgers ist das möglich.

Welche Inhalte haben euch fachlich am meisten geholfen?

Rafaela und Arianna sind sich einig: Uns hat die Kombination aus Technik, Management und Methodenkompetenz geprägt. Das technische Verständnis aus natur  und ingenieurwissenschaftlichen Fächern hilft, Energie  und Emissionszusammenhänge präzise zu bewerten. Strategisches Management befähigt, Klimaziele in umsetzbare Maßnahmen zu übersetzen.

Treibhausgasbilanzierung und LCA (Life Cycle Assessment, dt. Ökobilanz) sind unser Werkzeugkasten, um Wirkungen messbar zu machen, Investitionen zu planen und solide zu berichten. Inhalte aus Erneuerbaren Energien fließen heute in die das 1,5 Grad Ziel der EVN als Teil der EVN Strategie 2030 ein – etwa beim strategischen Ausbau erneuerbarer Erzeugung.

Welche Kompetenzen nutzt ihr heute am häufigsten?

Rafaela und Arianna: Wir arbeiten strategisch und datengetrieben – von Datenerhebung und Qualitätssicherung über KPI Design (Key Performance Indicators, dt. Leistungskennzahlen) und Visualisierung bis hin zur internen Fortschrittsberichterstattung. Um die Zukunft aktiv zu gestalten, braucht es Strategien, die in die Kernprozesse des Unternehmens integriert sind. Entscheidend sind Stakeholder  und Kommunikationskompetenzen: abteilungsübergreifend und mit Fachexpertinnen und -experten.

Unsere Arbeit ist sehr geprägt von der Initiierung innovativer Projekte und der Motivation neue Dinge zu entwickeln. Wir wollen gestallten statt verwalten und arbeiten daher stetig an Systemoptimierungen und nutzen dafür auch die Integration von künstlicher Intelligenz. Um transformative Projekte umzusetzen, nutzen wir die Kompetenz des Story Tellings damit wir die notwendigen Stakeholder mit ins Boot holen können. 

Was unterscheidet das IMC Studium für euch von anderen ähnlichen Studien?

Rafaela und Arianna: Die Praxisnähe und der Fokus auf Umsetzung. Lösungen werden nicht nur konzipiert, sondern unter realen Bedingungen erprobt – zum Beispiel in Case Studies im zweiten Semester.

Wie erlebt ihr eure Zusammenarbeit und was verbindet euch beruflich?

Rafaela und Arianna: Wir arbeiten vertrauensvoll, lösungsorientiert und datenbasiert. Besonders eng kooperieren wir beim CO₂e-Monitoring (Kohlendioxid Äquivalente) im Rahmen des 1,5 Grad Ziels der SBTi (Science Based Targets initiative), bei der Treibhausgasbilanz sowie beim Daten  und Prozessmanagement. Unser gemeinsamer Anspruch: Klimastrategie steuerungsfähig machen – Ziele, Maßnahmen, Verantwortungen und Datenflüsse zusammen denken.

Woran merkt man, dass eure Arbeit Wirkung hat?

Arianna: Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind in der Unternehmensstrategie verankert. Die EVN Ziele zur Emissionsreduktion stehen im Einklang mit dem 1,5 Grad Ziel des Pariser Abkommens und wurden im April 2025 von der SBTi validiert. 

Rafaela: Unser laufendes CO₂e-Monitoring koppelt Fortschritte an die Unternehmensplanung: Daten aus energiewirtschaftlicher und finanzieller Planung werden in zu erwartende Emissionen übersetzt. Wirkung wird sichtbar, weil die Strategie klare Investitionsschwerpunkte setzt – in Netze, erneuerbare Erzeugung, Speicher sowie E Mobilität – und diese konsequent umsetzt.

Welche Herausforderungen begegnen euch im ESG und Klimamanagement?

Rafaela und Arianna: Die Regulatorik entwickelt sich dynamisch – besonders im letzten Jahr. Wir begegnen dem mit eng abgestimmten, bereichsübergreifenden Prozessen und verankerten Gremien. Neue Vorgaben werden schnell in priorisierte Maßnahmenpakete mit Verantwortlichkeiten und Zeitplan übersetzt.

(ESG = Environmental, Social, Governance; dt. Umwelt, Soziales, Unternehmensführung)

Wie übersetzt ihr Komplexität (CSRD, ESRS, Übergangspläne) in umsetzbare Maßnahmen?

Rafaela und Arianna: Wir arbeiten interdisziplinär mit Kolleginnen und Kollegen aus vielen Bereichen. Aus umfangreichen Vorgaben leiten wir sinnstiftende, umsetzbare Maßnahmen ab. Leitlinie ist unser 1,5 Grad Übergangsplan – konsistent mit den SBTi validierten Zielen.

(CSRD = Corporate Sustainability Reporting Directive; ESRS = European Sustainability Reporting Standards)

Was empfehlt ihr Studierenden, die im Nachhaltigkeitsbereich durchstarten wollen – und welche Fähigkeiten werden wichtig?

Rafaela: Ich empfehle, so früh wie möglich Praxisprojekte zu suchen und die eigene Daten und Analysekompetenz konsequent auszubauen. Wer Regulatorik versteht und Veränderungen aktiv mitgestaltet, macht einen spürbaren Unterschied – im Studium wie im Unternehmen.

Arianna: Aus meiner Sicht werden Datenkompetenz, analytisches Denken, starkes Change Management sowie bereichsübergreifende Kommunikation immer wichtiger. Dazu kommt Sorgfalt in der ESG Regulatorik – sie ist die Basis, damit wir Wirkung messbar und vergleichbar machen können.

Rafaela und Arianna: Wir empfehlen das Master-Studium Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement, weil anwendbare Methoden mit wissenschaftlicher Basis verbunden werden – praxisnah, umsetzungsorientiert und wirkungsfokussiert.

Gibt es einen Moment, auf den ihr besonders stolz seid?

Rafaela und Arianna: Der Abschluss des 1,5 Grad Projekts und die Integration des Übergangsplans in die Unternehmensstrategie war ein Meilenstein mit langfristiger Wirkung.

Was inspiriert euch jeden Tag aufs Neue?

Rafaela: Die Gewissheit, jeden Tag ein kleines Stück zu einem großen Ziel beizutragen. Die Aufgabe des Klimaschutzes ist groß, aber konkrete Schritte zeigen: Veränderung ist möglich.

Arianna: Nachhaltigkeit endet bei der EVN nicht an der Bürotür. Sie ist unternehmensweit verankert – vom Fokus auf Versorgungssicherheit und den Ausbau erneuerbarer Kapazitäten bis zur Umsetzung der CSRD. Dadurch arbeiten wir mit vielen Bereichen zusammen – von der energiewirtschaftlichen Planung über das Risikomanagement bis zu technischen Kolleginnen und Kollegen in den Tochterfirmen.

Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement