Als Absolvent des Bachelor-Studiengangs Informatics am IMC Krems arbeitet Daniel Netzl heute als Data Scientist und beschäftigt sich intensiv mit Künstlicher Intelligenz. Mit Netzl Data Solutions hat er zudem sein eigenes Unternehmen gegründet, mit dem er Organisationen bei Datenanalyse, Automatisierung und individuellen Softwarelösungen unterstützt. Technologie versteht er dabei nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeug, das konkrete Probleme lösen und Menschen Arbeit abnehmen soll.
Story
Daten verstehen, Technologie sinnvoll einsetzen

Vom Informatics-Studium zur Data Science
Das Informatics-Studium am IMC Krems legte für Daniel die Grundlage für seinen weiteren Weg. Besonders wichtig war für ihn die Verbindung aus theoretischem Verständnis und praktischer Anwendung. Nach seinem Bachelor vertiefte er seine Kenntnisse im Master-Studium Artificial Intelligence an der Johannes Kepler Universität Linz und spezialisierte sich beruflich auf Data Science und datenbasierte Systeme.
Heute arbeitet er hauptberuflich als Data Scientist. Dabei entwickelt und analysiert er Lösungen, die aus Daten verwertbare Informationen machen und komplexe Abläufe verständlicher gestalten.
Daten, KI und Unternehmergeist
Neben seiner beruflichen Tätigkeit gründete Daniel Netzl sein eigenes Unternehmen Netzl Data Solutions. Damit möchte er insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen sowie regionalen Organisationen Zugang zu professionellen Daten- und Softwarelösungen ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen nicht möglichst komplizierte KI-Systeme, sondern Lösungen, die im Alltag tatsächlich helfen.
Gleichzeitig beschäftigt er sich kritisch mit der Frage, wie Künstliche Intelligenz eingesetzt werden sollte. Für ihn darf ihr Nutzen nicht ausschließlich an Produktivität und Kosteneinsparungen gemessen werden. Auch gesellschaftliche Verantwortung, langfristige Auswirkungen und ökologische Folgen müssen berücksichtigt werden.
Wissen weitergeben am IMC Krems
Mit dem IMC Krems blieb Daniel auch nach seinem Studium verbunden. Als Python-Tutor unterstützte er Studierende beim Einstieg in die Programmierung und half ihnen dabei, komplexe Inhalte Schritt für Schritt zu verstehen.
Dabei lernte er selbst, wie wichtig es ist, technisches Wissen verständlich erklären zu können. Gerade in der Informatik reicht es nicht aus, eine Lösung selbst zu verstehen. Man muss sie auch anderen Menschen vermitteln und gemeinsam weiterentwickeln können.
Daniel Netzl ganz persönlich gefragt
Sie beschäftigen sich intensiv mit Künstlicher Intelligenz. Wie wird KI die Informatikbranche in den nächsten fünf bis zehn Jahren verändern?
KI wird vermutlich immer weniger als eigener, abgegrenzter Bereich wahrgenommen werden. Sie wird zu einem normalen Bestandteil vieler Softwareprodukte und Arbeitsabläufe. Programmierung, Datenanalyse, Dokumentation und Recherche können bereits heute stark durch KI unterstützt werden. Diese Entwicklung wird weitergehen.
Dadurch werden Informatikerinnen und Informatiker aber nicht überflüssig. Ihre Aufgaben werden sich verändern. Es wird wichtiger, die richtigen Probleme zu formulieren, Systeme und Daten wirklich zu verstehen, Ergebnisse kritisch zu überprüfen und Verantwortung für die eingesetzten Lösungen zu übernehmen.
Ich hoffe außerdem, dass wir KI nicht nur danach beurteilen, wie viel Zeit oder Geld sie spart. Wir sollten auch ihre gesellschaftlichen und ökologischen Folgen berücksichtigen.
Viele Aufgaben können heute bereits durch KI unterstützt werden. Warum lohnt sich ein Informatics-Studium gerade jetzt mehr denn je?
Ein Informatics-Studium besteht nicht nur daraus, Programmiersprachen oder bestimmte Werkzeuge zu lernen. Diese können sich sehr schnell verändern. Viel wichtiger sind die Grundlagen: Wie funktionieren Algorithmen, Datenbanken, Softwarearchitekturen und Netzwerke? Wie bewertet man Daten? Wie erkennt man Fehler und Sicherheitsrisiken?
KI kann Code erzeugen oder Lösungsvorschläge liefern. Sie kann aber nicht garantieren, dass diese korrekt, sicher oder für das eigentliche Problem geeignet sind. Wer die Grundlagen versteht, kann KI sinnvoll nutzen und ihre Ergebnisse kritisch beurteilen. Genau deshalb wird eine fundierte Informatikausbildung aus meiner Sicht noch wichtiger.
Welche Kompetenzen sollten angehende Informatikerinnen und Informatiker mit Blick auf die Zukunft unbedingt mitbringen?
Neben soliden technischen Grundlagen halte ich Neugier, Lernbereitschaft und eine gewisse Frustrationstoleranz für besonders wichtig. Niemand kann jedes Framework und jedes neue Werkzeug beherrschen. Entscheidend ist, dass man sich selbstständig in neue Themen einarbeiten kann.
Ebenso wichtig ist Kommunikation. Informatikerinnen und Informatiker müssen technische Zusammenhänge auch Menschen erklären können, die keinen technischen Hintergrund haben. Darüber hinaus braucht es einen kritischen Blick: Nur weil eine technische Lösung möglich ist, muss sie noch lange nicht sinnvoll sein.
Wenn Sie einmal nicht mit Daten, Software oder KI beschäftigt sind: Womit verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten?
Einen guten Ausgleich finde ich vor allem draußen und bei Tätigkeiten, bei denen am Ende etwas Greifbares entsteht. Ich beschäftige mich gerne mit meinem Garten und damit, wie man auch auf einer kleinen Fläche einen naturnahen Lebensraum schaffen kann.
Außerdem koche ich gerne, lese viel zu gesellschaftlichen und ökologischen Themen und verbringe Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden. Gerade nach einem Tag vor dem Bildschirm hilft es mir, mich mit etwas zu beschäftigen, das langsamer und unmittelbarer ist.